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Frauen vor


Neuen Band der Marburger Stadtschriften vorgestellt

03.12.2010 (gac)
Zahlreiche Frauen von jung bis alt saßen am Freitag (3. Dezember) dicht an dicht gedrängt im Magistratssitzungssaal des Rathauses. Sie alle hatten ihren ganz eigenen Beitrag zu dem Buch "Studentinnen-Generationen - 100 Jahre
Frauenstudium in Marburg" geleistet, das dort am Vormittag vorgestellt wurde.
Das Buch erscheint in der Reihe "Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur". Autorinnen sind die Marburgerinnen Prof. Dr. Marita Metz-Becker und Prof. Dr. Susanne Maurer. Sie hatten das Lehrforschungsprojekt, das der Publikation zugrunde liegt, im Wintersemester 2008/2009 ins Leben gerufen.
Gemeinsam mit 15 Studentinnen der Europäischen Ethnologie/ Kulturwissenschaft und der Erziehungswissenschaft hatten sie im Marburger Haus der Romantik und im Melanchtonhaus sogenannte "Erzählcafes" veranstaltet. Hier erhielten verschiedene Studentinnen-Generationen die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen und ihr Studium an der Philipps-Universität zu berichten.
Die Befragten teilen sich dabei in vier verschiedene Altersgruppen, angefangen bei der Vorkriegsgeneration bis hin zu einer Zeitzeugin, die kurz nach der Studentenrevolte in Marburg studierte. Die Erzählcafes dienten dazu, nicht die klassische "Interview-Situation" entstehen zu lassen, sondern sich kollektiv in der Gruppe zu erinnern und somit einen besseren und lockereren Austausch zu ermöglichen, erklärte Maurer.
Alle Beteiligten haben von dem Projekt profitiert. "Es ist wirklich beeindruckend, was für ein Gefühl von Gleichberechtigung die Frauen hatten, obwohl das gesellschaftliche Verständnis dafür erst sehr viel später kam", berichtete eine Studentin.
"Durch das erzählen und wiedererzählen und hören und zuhören haben wir gegenseitig voneinander gelernt", erzählte die Zeitzeugin Helga Bernsdorf. "Ich find klasse, was sie daraus gemacht haben", lobte Ute Mehnert und streckte ihren Daumen in die Höhe.
Oberbürgermeister Egon Vaupel würdigte das Buch als ein besonderes Verdienst: "Ich danke allen Mitarbeitern, die dafür gesorgt haben, dass aus den Gesprächen heraus ein solches Buch entstanden ist. Ich denke, dass man durch das Erzählen nochmal neue Anstöße bekommt. Ich denke, es war für alle Beteiligten eine ereignisreiche Zeit".
Doch die ist mit dem Buch möglicherweise noch nicht beendet. So stand die Frage im Raum, das Projekt möglicherweise durch die Beibehaltung der Erzählcafes aufrechtzuerhalten. Gesprächsstoff wäre genug da, denn die Damen tauschten sich am Vormittag angeregt über ihre Erfahrungen an der Philipps-Universität aus.
"Sehen Sie, da haben Sie schon die Fortsetzung des Cafes“, schmunzelte Metz-Becker.
Giulia Coda
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