02.12.2010 (gac)
Im Rahmen des Städtebündnisses "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" sollte das Rathaus am Dienstag (30. November) grün angestrahlt werden. So hatte es Oberbürgermeister Egon Vaupel angekündigt. Trotzdem ist das Rathaus nicht "ergrünt". Die Marburger Linke fordert den Magistrat in einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung (StVV) nun auf, diese Peinlichkeit zu erklären.
Fraktionsgeschäftsführer Hajo Zeller mutmaßte, dass jemand in der Verwaltung geschlampt habe. Kaum sei der Hausmeister im Urlaub, breche die Verwaltung zusammen.
Zeller bedauerte, dass Vaupel diesen symbolischen Akt offensichtlich nicht ernst genommen habe. "Mit großem Pathos den symbolischen Akt ankündigen und dann passiert nichts - peinlich, peinlich", kommentierte er den Vorgang.
Auf einstimmigen Beschluss der StVV war die
Universitätsstadt Marburg dem Städtebündnis "Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe" beigetreten. Die grüne Anstrahlung eines öffentlichen Gebäudes gehört zu den Aktionen dieses Städtebündnisses. Das geschieht am 30. November eines jeden Jahres. Der Magistrat hatte dieser Aktion zugestimmt.
Die Marburger Linken hatten den Magistrat in einem Dringlichkeitsantrag gebeten, in einer öffentlichen Erklärung auf die Bedeutung dieser symbolischen Handlung hinzuweisen. Der Antrag war für die Stadtverordnetensitzung am Freitag (26. November) gestellt worden. Nach Ankündigung der Aktion hatte die Marburger Linke ihren Dringlichkeitsantrag zurückgezogen.
Am Dienstag (30. November) installierte eine Bürgerinitiative einen Informationstisch vor dem Rathaus. Sie klärte Bürger über die Problematik der Todesstrafe auf und wies auf die Mitgliedschaft Marburgs im Städtebündnis hin.
Dennoch blieb die Anstrahlung des Rathauses aus. Auch der anwesende Stadtverordnetenvorsteher und ein Stadtrat konnten keine Auskunft zu dem Vorfall geben.
pm: Marburger Linke in der StVV
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