22.04.2008 (sts)
Durch die Tilgung dreier Darlehen will die
Stadt Marburg bis zu 8,8 Millionen Euro Schulden abbauen. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag (22. April) diesem Vorhaben des Magistrats zu. Nur die Fraktion der Marburger Linken stimmte dagegen.
Ende 2007 hatte die Stadt noch 52,5 Millionen Euro Schulden aus insgesamt 26 Darlehen am Kapitalmarkt. Mit dem sehr positiven Jahresabschluss 2007 konnten vier dieser Darlehen getilgt werden.
"Wir sollten die Gunst der Stunde nutzen und angesichts der guten Finanzsituation weiter Schulden abbauen“, forderte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Es gebe neben der Schaffung ausreichender Rücklagen kein anderes Instrument, um sich Spielräume für die Zukunft zu schaffen.
Durch den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses kann die Stadt nun bis zu 8,8 Millionen Euro Schulden abbauen. Ob sie das in voller Höhe tun wird, hängt jedoch von den Verhandlungen mit den Banken ab.
Für die Rückzahlung eines Darlehens vor Ende der festgeschriebenen Laufzeit werden von den Kreditinstituten sogenannte "Vorfälligkeits-Entschädigungen" erhoben. Für die geplante Tilgung der drei Darlehen würden dadurch Kosten von etwa 630.000 Euro auf die Stadt Marburg zukommen.
"Die Entscheidung des Ausschusses versetzte den Magistrat nun in die Lage, den günstigsten Zeitpunkt für eine Rückzahlung der Darlehen zu wählen, um die Vorfälligkeits-Entschädigungen zu minimieren, erklärte Vaupel.
Alle Fraktionen bis auf die Marburger Linke begrüßten das Vorhaben des Magistrats. Linken-Stadtverordneter Georg Fülberth forderte, dass die Mehr-Einnahmen im laufenden Jahr stattdessen zur Verwirklichung von Anträgen seiner Fraktion zum Haushalt 2008 eingesetzt werden sollten.
Stephan Sonntag
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