18.11.2010 (fjh)
Marianne Birthler spricht beim 15. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der
Archivschule Marburg am Dienstag (23. November) und Mittwoch (24. November). Die Chefin der sogenannten "Birthler-Behörde“ ist korrekt "Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“ (BStU).
Das 20-jährige Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung nimmt die Archivschule als zentrale Institution für die Ausbildung von Archivarinnen und Archivaren in Deutschland zum Anlass, unter dem Titel "Neue Strukturen – Bewährte Methoden? Was bleibt vom Archivwesen der DDR“ die dortigen Archivstrukturen genauer zu betrachten. Im Eröffnungsvortrag wird Birthler zum Thema "Vergangenheit für die Zukunft - Die Aufarbeitung der SED-Diktatur mit Hilfe der Stasi-Akten“ sprechen.
Birthler machte vorab schon deutlich, worin die besondere Bedeutung der Stasi-Akten liegt: "Als 1989 die SED-Diktatur zusammenbrach, gaben sich die Menschen auf den Straßen allein mit der Forderung nach dem Aufbau demokratischer Strukturen nicht zufrieden.“
Die Demonstranten forderten die Beseitigung des Ministeriums für Staatssicherheit (StaSi). Im Winter 1989/90 besetzten sie seine Dienststellen, sicherten die konspirativ gesammelten Unterlagen und verlangten ihre Offenlegung.
Diese Forderung führte zur Einrichtung der "Gauck-" - heute "Birthler-Behörde" - mit dem Auftrag, die Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit zu erhalten und wieder nutzbar zu machen. Dazu gehören 158 Kilometer Schriftgut, 1,4 Millionen Fotos, Filme und Datenträger sowie 15.500 Säcke mit zerrissenen Papieren.
"Wie an keiner anderen Stelle spiegelt sich in diesen Unterlagen „das Räderwerk eines gigantischen Überwachungsapparates“, erläutert Birthler. Beim Kolloquium in Marburg wird sie über die Entwicklung und Arbeit der Behörde der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen berichten und auch aktuelle Fragen ansprechen.
pm: Archivschule Marburg
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