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Neuer Rechner


Autos rollen über den Bildschirm

17.11.2010 (gac)
"Da wird man wieder zum Jungen noch im Seniorenalter", strahlt Egon Vaupel. "Diese Schaltung und die Simulationsmöglichkeiten machen einfach unheimlich viel Spaß."
Doch der Marburger Oberbürgermeister berichtet nicht neuem Computerspiel, sondern von dem neuen Verkehrsrechner. Das neue Gerät ist seit einigen Wochen in Marburg in betrieb.
Nach einem Stromausfall im Januar erwies sich der 20 Jahre alte Verkehrsrechner nicht mehr als funktionstauglich. Daraufhin erwarb Stadt das neuste Modell der Firma Siemens. Von ihm verspricht man sich Großes.
So überwacht der neue Verkehrsrechner die rund 40 Ampelanlagen der Stadt und gibt ihnen Anweisungen, wobei er sich durch diverse Programmschaltungen auf das Verkehrsaufkommen des jeweiligen Wochentags, der Uhrzeit und der Fahrtrichtung einstellen kann.
"Auf diese Weise können wir unsere Ziele von grüner Technologie und Nachhaltigkeit besser fördern", erklärt Alexander Trier von Siemens Mittelhessen. "Das System muss der Gesellschaft gezielt dienen, indem die Mobilität des Einzelnen gefördert wird und gleichzeitig CO2, Lärm und das Unfallrisiko reduziert werden".
Eine weitere Besonderheit des Rechners ist die Möglichkeit neue Verkehrsmodelle vor deren Realisierung zu simulieren. Dadurch können optimal an die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer angepasst werden.
Die neue Technik wird in Zukunft bei den Großbauprojekten der Stadt wie etwa beim Umbau des Hauptbahnhofs oder der Neugestaltung des Wilhelmsplatzes eine große Hilfe darstellen. "Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit die zukünftige Verkehrslage an den entsprechenden Stellen viel besser einschätzen zu können und erhalten dadurch eine viel größere Planungs-, aber auch Kostensicherheit", erklärte der Oberbürgermeister.
Man stellt also hohe Erwartungen an den 274.000 Euro teuren Verkehrsrechner. Er steht im Stadtbüro, bei der Straßenverkehrsbehörde. Zusätzlich erscheint die gesamte Verkehrslage auf einem Bildschirm, auf dem die Autos, Busse, Radfahrer und Fußgänger -als bunte Punkte animiert- hektisch umherwuseln. Besonders diese Darstellung brachte die Augen des Bürgermeisters zum strahlen. Künftig soll der Rechner von Marburger Mitarbeitern bedient werden. Auf diese Weise wird die Stadt auf die Inanspruchnahme von externen Ingenieursbüros verzichten zu können.
In den kommenden Wochen und Monaten sollen die zahlreichen Möglichkeiten des neuen Verkehrsrechners nach und nach ausgeschöpft werden. Dadurch kann das System optimal an den Verkehr der Stadt angepasst werden.
"Natürlich wird es noch eine Zeit dauern bis man die Verbesserung an jeder Stelle der Stadt spüren kann", schmunzelte Vaupel. "Aber wir sind auf einem guten Weg".
Giulia Coda
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