01.11.2010 (ms)
Einen Partnerschaftsvertrag hat Prof. Dr. Dr. Gilbert Gornig als Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften der
Philipps-Universität mit seinem tansanischen Kollegen Prof. Dr. Romuald Haule vom juristischen Fachbereich des Ruaha University College in Iringa geschlossen. Das hat die Philipps-Universität am Montag (1. November) mitgeteilt.
Die Partnerschaft sieht unter anderem einen Studierenden- und Dozentenaustausch vor. Zeitgleich zu Gornigs Aufenthalt in Iringa Ende Oktober wurde dort das "Center for Human Rights and Good Governance" eröffnet.
Die zweitägigen Feierlichkeiten fanden unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul statt. Neben Gornig und tansanischen Wissenschaftlern hielten auch zwei emeritierte Professoren der Philipps-Universität Vorträge zu den Themen Menschenrechte und "Good Governance“. Außer Prof. Dr. Dr. Erich Schanze und Prof. Dr. Volker Beuthien sprachen auch Prof. Dr. Elisabeth Sándor-Szalay von der Marburger Partneruniversität in Pécs und Prof. Dr. Daiana Vesmas von der Partneruniversität in Sibiu.
"Dieses Center bedarf natürlich finanzieller Unterstützung“, sagte Gornig. "Wir erhoffen sie vom Wissenschaftsminister von Tansania, mit dem schon Gespräche stattfanden, aber auch vom Außenministerium und Entwicklungshilfeministerium der Bundesrepublik Deutschland, die unterrichtet sind. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf unterstützt uns jährlich mit einer großzügigen Spende."
Büroräume und ein Seminarraum mit Bibliothek wurden in den Räumen des Ruaha University College bereits eröffnet. Das "Center for Human Rights and Good Governance" soll in Ostafrika ein Menschenrechtsverständnis sowie ein Rechtstaats- und Demokratieverständnis vermitteln, das so bislang dort nicht gelehrt wurde.
"Die Idee von der Unveräußerlichkeit der Menschenrechte, wie sie auch in unserem Grundgesetz zum Ausdruck kommt, hat große Beachtung gefunden", berichtete Gornig. "In Zukunft sollen auch aus den benachbarten ostafrikanischen Staaten Wissenschaftler zu den Konferenzen des Zentrums eingeladen werden."
Bei einer der Konferenzen im Jahr 2011 werde man die Grundrechte in den Mittelpunkt stellen. Neben den Funktionen der Grundrechte wolle man auch die sogenannten "Kommunikations-Grundrechte behandeln.
Daneben werden Referenten der Philipps-Universität dort auch Vorlesungen zu verschiedenen Rechtsgebieten halten. Dazu zählen Völkerrecht, Verfassungsrecht und nach Bedarf auch Zivil- und Strafrecht.
"Ich habe nun mit dieser Initiative neben dem kenianischen Nairobi auch mit Tansania engere Beziehungen und hoffe, dass sich diese Beziehungen auf weitere Universitäten umliegender Länder erstrecken mögen", fügte Gornig hinzu. Schon bei seiner vorletzten Tansania-Reise im Januar 2010 pflanzte er vor dem Gebäude der juristischen Fakultät in Iringa einen Baum, der Symbol sein soll für die guten Beziehungen zwischen dem Ruaha University College und der Philipps-Universität.
pm: Philipps-Universität Marburg
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