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Sehr aufgeschlossen


Lehrkonzepte öffnen sich islamischer Kultur

14.10.2010 (mhe)
Am Wettbewerb des Bundes um drei bis vier zu gründende Zentren für islamische Studien haben sich auch die Philipps- Universität und die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligt. Ihre Bewerbung geschah im Einklang mit dem Zentren-Konzept des Landes Hessen. Das teilte die Philipps-Universität am Mittwoch (13. Oktober) mit.
Basierend auf den Empfehlungen des Wissenschaftsrats ist es zunächst einmal das Ziel, an Hochschulen eine ausdifferenzierte islamische Theologie auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien zu etablieren. Außerdem geht es um eine Institutionalisierung eines bekenntnisorientierten Religionsunterrichts gemäß Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes (GG) an den Schulen.
Der Antrag zielte auf ein Institut für Islamische Studien mit sechs Professuren ab, das von Bund und Land gemeinsam finanziert werden sollte. In der ersten Antragsrunde war der hessische Antrag beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nicht erfolgreich.
"Trotz anfänglicher Enttäuschung wollen wir unser überzeugendes Konzept mit Hilfe des Landes zielgerichtet umsetzen“, kündigte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause an. Die beiden Universitäten böten beste Voraussetzungen dafür, dass die in anderen Bundesländern gesetzten Standards nicht unterschritten werden.
Der Gießener Universitätspräsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee verwies auf die Möglichkeit, den Antrag in der zweiten Runde erneut einzureichen: "Wir sind zuversichtlich, dass wir nach erfolgreichen Zwischenschritten beim nächsten Mal punkten.“
Die Universitäten Marburg und Gießen präsentierten dabei ein landesweit einzigartiges wissenschaftliches Portfolio im Hinblick auf die Kulturräume, aus denen die große Mehrheit der Migranten muslimischen Glaubens stammen. Für die Ausbildung von islamischen Religionslehrerinnen und Religionslehrern seien die beiden Hochschulen prädestiniert.
Das Centrum für Nah- und Mitteloststudien (CNMS), die große Tradition der evangelischen Theologie sowie die Religionswissenschaft böten in herausragender Vielfalt die nötigen Bezugsfächer und pädagogischen Konzepte für den Aufbau der Islamischen Studien sowie des Religionsunterrichts an der Marburger Universität. Das gelte auch für die umfassende Kompetenz in der Lehrerausbildung in allen Lehrämtern sowie für das Zentrum Östliches Europa an der Gießener Universität.
Das Projekt sei langfristig angelegt und sehe eine schrittweise Umsetzung an einem institutionell eigenständigen Institut für Islamische Studien an der Marburger Universität vor. Eine Einbettung in die bestehenden Strukturen hinsichtlich der Studiengänge, der Graduiertenausbildung sowie der Forschung an beiden Universitäten diene auf allen Ebenen einer wissenschaftlichen Integration des neuen Fachgebiets. Darüber hinaus werde eine nachhaltige interdisziplinäre Ausbildung islamischer Theologen gewährleistet.
Begonnen wird unter Gießener Federführung mit einer Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen sowie mit umfassenden Fortbildungen bereits tätiger muslimischer Lehrkräfte an beiden Standorten. Die hessische Landesregierung hatte sich bereits im Vorfeld der Konzepterarbeitung für einen Antrag der beiden mittelhessischen Universitäten ausgesprochen und die erforderliche Zusage einer langfristigen Finanzierung gegeben.
Der sogenannte "Runde Tisch" des Kultusministeriums befasst sich mit den Fragen der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts. Er besitzt die Funktion eines Gremiums für Beratung und Genehmigung der Studiengänge und Berufungen. Zusätzlich werden die Hochschulleitungen und das Zentrum für islamische Studien von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt.
pm: Philipps-Universität Marburg
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