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Mit Anerkennung


Nachruf der Uni für Büchner-Experten

13.10.2010 (mhe)
Der Akademische Rat Dr. Thomas Michael Mayer ist am Donnerstag (17. Juni) verstorben. Das teilte die Philipps-Universität am Dienstag (12. Oktober) mit.
Mayer promovierte an der Freien Universität Berlin. Dort begann er seine berufliche Laufbahn als Hochschulassistent.
1981 wechselte er an die Marburger Universität. Am Institut für Neuere deutsche Literatur hatte der Wissenschaftler die Aufgabe, eine Forschungsstelle zu Georg Büchners "Literatur und Geschichte des Vormärz“ aufzubauen. Darüber hinaus wurde er damit beauftragt, einen Antrag auf Förderung einer "Historisch-kritischen Büchner-Ausgabe" im Langzeit-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorzubereiten.
Nach erfolgreicher Erledigung beider Aufgaben wurde Mayer 1986 zum Akademischen Rat ernannt. Hier fungierte er als Mitherausgeber der Büchner-Ausgabe, deren erste Bände im Jahr 2000 erschienen sind.
Mayer gehörte zu den herausragenden Büchner-Forschern und Forschungsorganisatoren seiner Generation. Seine Promotionsarbeit über "Büchner und Weidig – Frühkommunismus und revolutionäre Demokratie" erregte bei ihrem Erscheinen 1979 internationales Aufsehen. Begründet waren diese Reaktionen durch die immensen historisch-biographischen Kenntnisse des Verfassers, die ser akribische Art seiner Argumentation sowie durch die Akzentuierung bislang unbekannter politischer Facetten in Büchners Werk.
Von 1979 bis 1996 war Mayer Gründungsvorsitzender der Georg-Büchner-Gesellschaft. 1981 eröffnete er die Reihe "Georg-Büchner-Jahrbuch", deren erste neun Bände er teilweise allein, teils auch mit Anderen herausgab.
Daneben organisierte er in Darmstadt das 1. Internationale Georg-Büchner-Symposium. Darüber hinaus erhielt er als erster Preisträger im selben Jahr den Förderpreis zum Kulturpreis des Landes Hessen.
Ebenso war der Germanist maßgeblich an der Planung der bisher bedeutendsten Büchner-Ausstellung 1987 in Darmstadt beteiligt. Hierfür hatte er wesentliches Material gesammelt.
Hohes Ansehen genoss er auch unter Editoren. Vor allem mit zwei Ausgaben - einer quellenbezogenen Studienausgabe von "Danton’s Tod" aus dem Jahr 1980 und einer synoptischen Ausgabe von "Leonce und Lena" aus dem Jahr 1987 - erschloss Mayer wissenschaftliches und editionstechnisches Neuland. Nicht zuletzt kamen Fachleute in Bezug auf die Übernahme der Techniken in die "Historisch-kritische Ausgabe" zu dem Urteil, dass dieses Werk "new standards in German editing" setze.
Im Jahr 2003 schied der Büchner-Experte aus der "Forschungsstelle Georg Büchner“ aus. 2009 wurde der inzwischen schwer erkrankte Forscher pensioniert.
pm: Philipps-Universität Marburg
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