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Frustrierte Skeptiker


José González mit Band in der Stadthalle

17.04.2008 (atn)
Dicht, strömend und sehr emotional war die Musik, die am Mittwoch (16. April) von José González und seinen Band-Mitgliedern in die Marburger Stadthalle geflossen ist. Leise Töne, perfekte Harmonien und mehrdeutige Visualisierungen machten das Konzert zu einem beeindruckenden Erlebnis.
Der Schwede González wurde von Yukimi Nagamo und Erik Bodin begleitet. Nagamo sang im Vorfeld bis zur Pause eigene Lieder.
Dabei hob die volle, weiche und mühelose Stimme scheinbar das Dach der Stadthalle ab, machte den Blick auf die Sterne frei und zündete schließlich mitten auf der Bühne ein Lagerfeuer an. Hätte das Publikum nicht so verstreut in dem großen Saal gesessen, hätte man beinahe denken können, man säße mitten im schwedischen Wald bei einem sommerlichen Grillabend mit Gitarrenmusik.
Nach der Pause hatte González seinen Auftritt. Mit einer tiefen, rauen und doch sanften Stimme sang er Stücke von seinem neuen Album "In our Nature". Thema des Albums ist die Herausarbeitung der menschlichen Natur.
Gonzáles denkt dabei gern in abstrakten Bildern und Metaphern. Das machte sich auch bei der Visualisierung der Musik auf der Leinwand hinter der Bühne bemerkbar. Hier tanzten im Takt der Musik Bäume, eigenartige Masken oder einfach nur Lichter. Die drei Musiker verschmolzen dabei oft mit dem Licht, dem Sternenregen oder dem Nebel, so dass aus Richtung der Bühne häufig eine große Metamorphose aus Bild, Ton und intensiven Gefühlen in den Saal schwappte.
Herausragend an dem Konzert war González’ Gitarrenspiel. Zwar waren die Töne die ganze Zeit über nicht sehr laut, und doch wurde das Ohr des Zuhörers nicht losgelassen von ihrer Intensität, Dichte und Vielschichtigkeit. Ebenfalls herausragend war die Harmonie, in der sich nicht nur die Stimmen der Sänger zueinander befanden, sondern die sich durch sämtliche Ebenen des Konzerts zog.
Dabei war die Musik keineswegs langweilig oder vorhersehbar. Wie viele skandinavische Musiker verstand es auch González an diesem Abend, die Stadthalle auf eine stille und doch mächtige Art bis in den letzten Winkel zu füllen mit einer Vibration von etwas Unbeschreiblichem, das man einfach am besten selbst gehört haben muss.
Anika Trebbin
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