17.04.2008 (sts)
Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) hatte dem Regierungspräsidium Gießen während der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag (15. April) eine "windkraft-feindliche Haltung" vorgeworfen. Anträge der
Stadt Marburg auf die Ausweisung weiterer Gebiete zur Aufstellung von Windkraft-Anlagen seien durch einen "Katalog von Verhinderungskriterien" wiederholt abgelehnt worden.
Regierungspräsident Wilfried Schmied erklärte daraufhin im Gespräch mit
marburgnews, dass diese Kriterien 2006 von der Regionalversammlung Mittelhessen verabschiedet worden seien. Dieses Gremium setze sich aus den Landkreisen und Städten Mittelhessens zusammen.
Der Antrag der Stadt Marburg, ein Gebiet westlich von Moischt zum Bau von Windkraftanlagen zu nutzen, sei mit einem Schreiben vom 29. Februar 2008 negativ beschieden worden. Dieses Gebiet sei nicht die vorgeschriebenen 750 Meter von der Wohnbebauung entfernt und gefährde zudem das dortige Wald-Biotop in seinem Bestand.
"Wir konnten diesem Vorhaben daher nicht zustimmen“, meinte Schmied ausdrücklich.
Kahle erwiderte in einem Gespräch mit
marburgnews, dass der Kriterienkatalog in Hessen ungleich restriktiver sei als in anderen Bundesländern. Er monierte auch die Haltung vieler SPD-Bürgermeister im Kreis, die sich in der Regionalversammlung gegen den Ausbau der Windkraft aussprächen, während die SPD landesweit für einen Ausbau plädiere.
"Ich werde mich aber auch künftig für weitere Windkraft-Anlagen in Marburg einsetzen“, versprach Kahle abschließend.
Stephan Sonntag
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