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Musikfreude


"Ma Valise" spielte in der Waggonhalle

31.08.2010 (atn)
Einen Musikabend voller Lebensfreude und Energie lieferten die vier Jungs von "Ma Valise" am Mittwochabend (30. August) im Rahmen des ZAC-Sommervarieté in der Waggonhalle ab. Viele der Marburger Zuhörer freuten bereits zum zweiten Mal auf das Konzert der französischen Band.
Wie gewohnt kamen die Mitglieder der "Koffer"“-Band – das bedeutet ihr Name auf Deutsch – viel zu spät. Aber die Waggonhallen-Besucher ließen aber keine schlechte Laune aufkommen und stimmten sich bei Gesprächen, Getränken und Weltmusik aus dem Hintergrund ein. Der Auftritt der vier Franzosen war dann wie beim letzte Mal ein Knaller und so manches T-Shirt hatte danach eine dunklere Farbe angenommen.
"Ma Valise" gründete sich 1999 in der Gegend von Nantes. Aus ihrem Namen wird jedoch schon deutlich, dass die Kofferjungs gern unterwegs sind. Seit ihrer Gründung spielten sie bereits über 400 Konzerte. Ihre Spielstätten waren hierbei über ganz Europa verteilt, aber die Franzosen kamen auch bis nach Kanada, Ecuador, Panama, China und Marokko.
Ebenso international wie ihre Konzerte ist auch die Musik von "Ma Valise"“. Neben einigen deutschen Brocken, die sie dem Marburger Publikum zu Liebe in ihre Texte einstreuten, sang die Band auch an diesem Abend mehrere Sprachen wild durcheinander und in meist großer Schnelligkeit. Spanisch, Englisch und Französisch waren noch heraus zu hören. Etwas schwieriger wurde es dann bei Rumänisch und Creolisch.
Aber auch ohne die Texte zu verstehen, kann man bei einem Konzert von "Ma Valise" einfach mitgehen. Die Musik ist eine Mischung aus Balkan, Afro, Dub und Chanson, vielleicht ein wenig Punkrock und Mestizo – jedenfalls unverwechselbar. Gespielt wurden an diesem Abend viele neue Lieder des kürzlich erschienen Albums "Wege". Aber auch vom Vorgänger-Album "Maya Yé" spielten die Franzosen einige Stücke, teils in etwas abgewandelter Form. Es geht in ihren Liedern meist um gesellschaftliche und humanistische Themen wie Menschenrechte, Armut und Reichtum und auch Naturzerstörung. Migrationsthemen spielen besonders auf dem neuen Album eine Rolle.
"Ma Valise" auf der Bühne zu sehen ist immer ein Genuss. Nicht wie bei anderen Bands stellt sich jeder Musiker hinter ein Instrument, das er während des gesamten Konzertes bedient. Bei den Franzosen steht die Bühne voller Musikinstrument, vom Akkordeon über den Kontrabass bis zur Zugposaune. Nach der schon angesprochenen traditionellen Wartezeit kommen dann die Jungs herein und im Laufe der 60 bis 80 Minuten Spielzeit wechseln sie zwischen diesen Instrumenten hin und her. Der ein oder andere sogar recht tänzerisch.
Nach etwa 45 Minuten sollte das Konzert schon vorbei sein. "Ma Valise" ließ sich aber zu einer Zugabe überreden, die dann gefühlt noch einmal so lang war. Vielleicht hatten die Franzosen ja genauso viel Spaß an diesem Konzert wie die Marburger Zuhörer und Mit-Tänzer. Das letzte Lied spielten die Musiker unten beim Publikum. Berührungsängste hatten die jungen Männer dabei keine. Aber danach waren sie erst einmal verschwunden und eingefleischte Fans warten sicher schon jetzt, wann Marburg wieder auf dem rappelvollen Tour-Kalender der Band steht. Neulingen sei gesagt, dass es sich lohnt!
Anika Trebbin
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