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Verbindendes Lahnufer


Kirchliches Engagement für Straßenkinder in Äthiopien

11.06.2010 (mhe)
Eine Delegation der Mekane-Yesus-Kirche aus Äthiopien bedankte sich im Kreishaus bei Landrat Robert Fischbach für das Engagement des Landkreises. Das gab der Landkreis Marburg-Biedenkopf am Freitag (11. Juni) bekannt.
Bei diesem Engagement handelt es sich um die Unterstützung eines Projekts des Kirchenkreises Marburg-Land zugunsten von Straßenkindern in und um Addis Abeba in Äthiopien. Seit über 35 Jahren arbeitet der evangelische Kirchenkreis Marburg-Land mit der evangelischen Mekane-Yesus-Kirche aus Äthiopien zusammen.
Das Programm heißt in Äthiopien "Family-Reunifikation-Program". Es stellt sicher, daß Kinder in ihren Familien bleiben können. Damit verhindert es zugleich, dass Kinder betteln und zu Straßenkindern werden.
Insgesamt 1.014 Kinder aus Gemeinden in und um Addis Abeba werden durch diese Partnerschaft unterstützt. Diese Kinder stammen aus armen Familien. Sie erhalten eine schulische Ausbildung und damit die große Chance, später den Unterhalt ihrer gesamten Familie zu sichern.
Schon während der Schulausbildung
profitieren die Familien insgesamt von den Leistungen für die Kinder. Das Programm hat den Vorteil, dass die Kinder in der Regel bei ihren Eltern wohnen
bleiben können und durch ihre Qualifikation allen Familienmitgliedern helfen.
Träger der Aktion "Straßenkinder in Addis Abeba“ ist der Evangelische Kirchenkreis Marburg-Land. Die Aktion wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
Kirchenpräsident Abraham Mengesha freute sich darüber, in Deutschland zu sein. Er zeigte sich darüber überrascht, dass es auch in
einem so reichen Land wie Deutschland ebenfalls arme Menschen gibt, die die Hilfe der Marburger Tafel in Anspruch nehmen müssen.
Als Ziele dieser Reise nannte er einerseits, all den Unterstützern dieses Projekts Dank zu sagen und andererseits natürlich auch für Unterstützung zu werben.
Er betonte, dass man bereits mit einer Summe von circa 15 Euro im Monat nicht nur einem Straßenkind eine Schulausbildung ermöglichen, sondern eine ganze Familie stabilisieren kann, da dieses Geld vor allem für das Essen der Familie eingesetzt wird. Außerdem dient das Geld dem Kauf von Schulmaterialien, während der Schulbesuch selbst kostenfrei ist.
Einmal im Jahr gibt es etwas Geld für Kleidung und Schuhe. Ein kleiner Obolus dient der medizinischen Hilfe, wenn ein Kind erkrankt ist. Das alles kann man mit diesen circa 15 Euro im Monat leisten.
Oft fehlt den Kindern ein Elternteil, ist behindert oder erkrankt. Für die Unterstützung dieser Kinder warb die Delegation. Sie hofft, auch im Landkreis weitere Unterstützer zu finden.
Die Unterstützung danach in Ausbildung oder Studium ist aufwendiger und kostenintensiver. Sie ermöglicht dann aber im Anschluss das Auskommen einer
ganzen Großfamilie.
Diese zusätzliche Berufsausbildung gibt es seit 2007. Sie ist auf insgesamt fünf Jahre befristet und gilt für insgesamt 60 Kinder.
Das sind pro Jahr 20 Kinder. Zehn erhalten eine Universitätsausbildung, zehn eine Art Berufsschule. Auch dafür wird nach Sponsoren gesucht, die diese Ausbildung bei Bedarf weiter fördern.
Mit dabei war auch die Frauenbeauftragte der Mekane-Yesus Kirche. Sara Alemayehu machte deutlich, dass gerade Frauen in Afrika oft die Ärmsten der Armen sind. Umso positiver sei, dass in diesem Projekt genauso viele Mädchen wie Jungen die Schulausbildung erfahren.
Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund dieser Aktion, der Landrat Robert Fischbach auch weiterhin viel Erfolg wünschte.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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