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Dauerbrenner im Gerichtssaal


Prozess um Autobahn-Blockade wurde vertagt

03.04.2008 (nur)
Unter Blitzlicht-Gewitter betraten die Angeklagten Lena Behrendes, Max Fuhrmann und Philipp Ramezani am Donnerstag (3. April) den Schwurgerichtssaal des Landgerichts Marburg. Für die Berufungsverhandlung im Prozess um die Autobahn-Blockade hatten dort lediglich 50 Zuschauer einen Platz gefunden. Gekommen waren zur Kundgebung und zum gemeinsamen Frühstück im Vorfeld jedoch weitaus mehr: Kommilitonen, Freunde und Eltern der Angeklagten drängten sich schon am frühen Morgen vor dem Gerichtsgebäude.
"Ich wechsle mal die Seite", rief ein gutgelaunter Ramezani seiner Mutter im Zuschauerraum zu, bevor er auf der Anklagebank Platz nahm. Auch sein Kommilitone Fuhrmann fühlte sich neben seinem neuem Anwalt Ulrich von Klinggräff sichtlich wohl. Mit den Worten "Ich freue mich auf die Verhandlung und einen baldigen Freispruch" ließ sich der 27-jährige Soziologie-Student auf den siebenstündigen Prozess ein.
Und tatsächlich war die Berufungskammer unter dem Vorsitz von Dr. Carsten Paul den drei Studierenden wohl gesonnen. Richter Paul erklärte sogar ausdrücklich, dass er im Hinblick auf das vorausgegangene Urteil vom 27. August 2007 von dem Tatbestand der Freiheitsberaubung sowie einer Freiheitsstrafe für die Angeklagten absehen wolle.
Doch Freudenschreie im Publikum waren verfrüht. Vielmehr genügten dem Vorsitzenden die Aussagen der beiden geladenen Polizisten nicht. Auch Staatsanwalt Dr. Kurt Sippel konnte sich nicht zu einem Freispruch der Angeklagten durchringen: "Man muss wissen, was man macht."
Um zu klären, "wann eine Blockade aufhört", wurde die Verhandlung daher auf Freitag (11. April) um 12 Uhr vertagt. An diesem Termin sollen zunächst zwei weitere Belastungszeugen gehört werden, bevor ein hoffentlich endgültiges Urteil ergeht.
Auch den Angeklagten geht das Theater ohne Ende langsam, aber sicher auf die Nerven: Ein weinender Ramezani lag seiner Mutter in der Pause in den Armen.
Nora Reim
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