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Widersprüche unter einem Dach


Marburger Chirurg ausgezeichnet

06.05.2010 (fjh)
Den Rudolf-Zenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hat der Marburger Medizin-Dekan Prof. Dr. Matthias Rothmund erhalten. Das hat die Philipps-Universität am Mittwoch (5. Mai) bekanntgegeben.
Die Auszeichnung würdigt Rothmunds Verdienste um die Förderung der Patienten-Sicherheit. Als Präsident der DGCH hatte er dafür gesorgt, dass der Verband das Thema im Jahr 2005 auf seiner Jahrestagung zur Diskussion stellte.
Als erster deutscher Mediziner-Fachverband überhaupt widmete sich die DGCh der Analyse von Behandlungsfehlern und ihren Ursachen. Ziel war dabei die Suche nach Strategien, um möglichst viele Fehler zu vermeiden.
"Fehler dürfen nicht mehr unter den Teppich gekehrt und offiziell die Null-Fehler-Mentalität vertreten werden“, hatte Rothmund vor fünf Jahren gefordert, als er die Fehler-Vermeidung in der Chirurgie auf die Tagesordnung setzte. Er brachte schockierende Zahlen aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in Erinnerung, wo einige Jahre zuvor ein Bericht zur Patienten-Sicherheit erschienen war.
Nach diesem Bericht „gehören Fehler im Krankenhaus zu den zehn häufigsten Todesursachen. Damit rangieren sie vor Brustkrebs, AIDS und Verkehrsunfällen.
Häufig seien Fehler die Konsequenz von Kommunikations-Störungen oder kleiner Unaufmerksamkeiten, die sich zu einer gefährlichen Reihe addieren, äußerte Rothmund damals.
Auch Gegenmaßnahmen nahm er bereits in den Blick: "Wir brauchen redundante Sicherungs-Mechanismen, müssen kritische Situationen durch Simulation und Analyse üben und die richtigen Mitarbeiter auswählen, die in sensiblen Bereichen der Gesundheitsversorgung beschäftigt werden sollen.“
Beim 127. DGCH-Kongress stand die Patienten-Sicherheit erneut auf dem Programm. Hier konnte Rothmund über die Erfolge seit dem Jahr 2005 referieren.
Der Preis, mit dem der Dekan geehrt wurde, ist nach dem Marburger Chirurgen und Klinik-Chef Rudolf Zenker benannt. Als Erster in der Bundesrepublik wagte er, einen Eingriff am offenen Herzen mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine durchzuführen.
pm: Philipps-Universität Marburg
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