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Empfindliche Bücher gut schützen


Universitätsbibliothek macht Raritäten digital zugänglich

04.05.2010 (ms)
Ein neuer Service der Marburger Universitätsbibliothek erlaubt es künftig, kostbare Bücher für Lehrveranstaltungen zu nutzen. Dafür wurden eigens Scanner angeschafft, mit denen sich empfindliche Druckwerke digitalisieren lassen, die besonderer Schonung bedürfen. Zwei Lehrveranstaltungen, die dank des neuen Digitalisierungsprojekts möglich wurden, präsentierten jetzt ihre Erfahrungen und weitere Pläne.
"Wir sind eine sehr alte Universität und haben das Anliegen, dass unsere Buchbestände auch genutzt werden“, erläuterte Bibliotheksdirektor Hubertus Neuhausen den Hintergrund des Projekts "Digi-Wunschbuch". "Für Forschung und Lehre werden nicht selten Bücher oder Zeitschriften benötigt, die nur im Lesesaal benutzt werden dürfen, weil sie alt sind oder sich in einem schlechten materiellen Zustand befinden."
Damit solche Bücher und Zeitschriften künftig leichter nutzbar werden und der Zugang zu ihnen vereinfacht wird, hat sich die Universitätsbibliothek zu einem Digitalisierungsprojekt entschlossen. Dank der Bereitstellung von Lehr-Sondermitteln konnte die Bibliothek eine technische Ausstattung anschaffen, mit der Bücher und Zeitschriften eingescannt und digital zur Verfügung gestellt werden können.
"Wir haben uns dabei an die Digitalisierungs-Standards der Deutschen Forschungsgemeinschaft gehalten, damit die Ergebnisse auch noch in 20 Jahren nutzbar sind", sagte Neuhausen.
Seit Anfang des Jahres wurden 80.000 Seiten eingescannt und auch gleich katalogisiert. Man gelangt also vom Online-Katalog mit einem Mausklick direkt zu den digitalisierten Büchern.
Das Bestandsverzeichnis ist zudem in einen internationalen Katalog eingebunden. Dieser "World Cat" hat einen Vertrag mit dem Suchmaschinen-Betreiber Google geschlossen. Somit sind alle digitalisierten Druckwerke leicht über das Internet recherchierbar.
Ein Beispiel für die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung ergeben, stellte die Niederlandistik-Dozentin Ans Schapendonk vor. Sie berichtete unter anderem über ein aktuelles Seminar über Reise-Literatur.
"Anhand der digitalisierten Bücher konnten die Studierenden die von Geographen und Historikern vorgelegten Fragen beantworten", sagte Schapendonk. "Es handelt sich etwa um die Frage, welche Rolle die Bevölkerung und ihre Kultur spielen, wie die Siedlungen und Städte aussehen oder mit welchen Gefahren man sich auseinandersetzen musste, wenn es um Natur und Landschaften ging."
Derzeit planen die Abteilung Niederlandistik und die Universitätsbibliothek, deren Digitalisate über eine eigene Homepage zu erschließen. Sogar außerhalb der Philipps-Universität weiß man die neuen Möglichkeiten gescannter Bücher zu schätzen, wie Prof. Dr. Jürgen Schulz-Grobert verdeutlichte. Der Philologe möchte die Digitalisate nicht nur im Seminar nutzen, sondern auch in seinem Hauptberuf als Lehrer an einer Schule in Homburg-Efze, um den Schülern das authentische Erscheinungsbild zu bieten. Bibliotheksdirektor Neuhaus konnte sich nicht nur über diesen Erfolg des Digitalisierungsprojekts freuen, sondern auch über eine Spende, die der Leiter der Homberger "Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule" Dr. Ralf Weskamp überreichte.
pm: Philipps-Universität Marburg
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