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Neue Knaller


32. Poetry Slam im KFZ

29.04.2010 (lem)
"Was hab ich nur in meiner Erziehung vergeigt, dass mein Sohn auf solchen Slams sich zeigt?“ Das sind Worte von Christians Vater.
Erst seit kurzem wohnt sein Sohn wieder bei den Eltern in Marburg. Er ist einer von insgesamt elf Slammern des 32. Poetry Slams im Kulturladen KFZ.
In Reimform macht er seinem Ärger über die neue Wohnsituation gehörig Luft: "Lieber Vater, ich muss mich zwei Dinge fragen: Was kann man nur gegen Poetry Slams haben?“
Genau diese Frage stellt wirklich jeder, der schon einmal auf so einer Veranstaltung war: Bei einem Poetry Slam - auch Knalldichtung oder Dichter-Wettstreit genannt - tragen Menschen ihre selbst geschriebenen Texte vor. Ob sie gereimt sind oder nicht, ob sie mit spontanen Choreographien oder Gesangseinlagen untermalt sind, bleibt jedem dabei selbst überlassen.
Wichtig ist nur, die vorgegebene Zeit nicht zu überschreiten. Nach jedem Vortrag darf das Publikum dann durch Beifall eine Wertung abgeben.
Nicht mehr wegzudenken bei Marburger Poetry Slams ist das eingespielte Moderatoren-Team Lars Ruppel und Bo Wimmer. Das Doppelpack sorgte nicht nur mit eigenen Texten und einigen Flaschen Freibier für die richtige Stimmung, bevor die ersten Dichter zu Wort kamen.
Die beiden passten auch auf, dass alles gerecht zuging. So wurden zu Beginn des Slams Karten mit Wertungsnoten verteilt, die Freiwillige aus den Zuschauerreihen dann je nach Applaus hochhalten durften. Auch "Extra-Punkt“ Wünsche seitens des Publikums wurden von den Moderatoren gnädig berücksichtigt.
Die höchste Wertung hatten in der ersten Runde die Slammer Tabea, Peter und Tommy. Sie durften somit in einer zweiten Runde mit je einem weiteren Text gegeneinander antreten. Alle drei bestachen durch ihre sowohl lustigen als auch kritischen Dichtungen.
"Menschen sind wie Zwiebeln. Ich häute und häute und am Ende muss ich weinen“ schreibt Tommy in seinem Text über den schönen Schein. Auch Peter - schon ein alter Hase im Slam-Geschäft - erntete viele Lacher für seine zynischen und tabulosen Texte.
Tabea hingegen hatte mit ihrer "Prüfungsantwort“ wohl alle auf ihrer Seite, die schon einmal mit Grippe lernen mussten. Dass man zum Beispiel "rosa Elephanten, die ein Du-bist-dumm-Tattoo tragen“ an sich vorbeilaufen sieht, kann dabei schon einmal vorkommen.
Nicht zu toppen waren am Ende jedoch die beiden Texte von Tommy, der als Sieger aus der Dichter-Schlacht hervorging. Deswegen durfte er sich über eine Flasche Sekt freuen.
Lea Menzel
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