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Historische Strukturen


Die beste Werbung für Marburg ist sein Stadtbild

08.04.2010 (fjh)
"Marburg an die Lahn!" Mit diesem Motto wirbt die Universitätsstadt Marburg im Jahr 2010. Ein elektrisch betriebenes Schiff soll im Sommer den Fluss zu einer Attraktion für Besucher und Einheimische machen.
Verschiedene Kampagnen haben in den vorangegangenen Jahren an einem positiven Image der Stadt gearbeitet. Viele kreative Ideen sind dabei schon umgesetzt worden.
Den Verantwortlichen beim städtischen Fachdienst Kultur und bei der Marburg Tourismus und Marketing GmbH (MTM) ist immer wieder etwas Neues eingefallen, sei es das leuchtende Herz am Kaiser-Wilhelm-Turm im Elisabeth-Jahr oder der "Grimm-Dich-Pfad" mit märchenhaften Stationen überall in der Stadt beim Grimm-Jahr. "Lyrik auf Brötchentüten" war vielleicht nicht ganz so überzeugend, nachdem die Stadt zuvor einen ernsthaften Literaturpreis aus Kostengründen abgeschafft hatte.
Doch mehrfach hat Dr. Richard Laufner bereits großes Geschick bei der Werbung für Marburg bewiesen. Nicht zuletzt deswegen wurde der Leiter des städtischen Kulturamts inzwischen auch zum MTM-Geschäftsführer bestellt.
Die wirksamste Werbung für Marburg wäre allerdings ein Eintrag in die Liste des Welt-Kulturerbes. Sie wird von der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) der Vereinten Nationen (UNO) zusammengestellt.
Chancen für eine Aufnahme in diesen Katalog hätte Marburg angesichts seiner frühgotischen Elisabethkirche und seiner weitgehend erhaltenen historischen Oberstadt allemal. Marburg ist in Stein gemeißelte und als Fachwerk veranschaulichte Geschichte.
Voraussetzung für eine positive Entscheidung der UNESCO für Marburg ist allerdings ein noch pfleglicherer Umgang mit dieser historischen Substanz. Der Abriss des denkmalgeschützten Hauses Rosenstraße 9 und des Hauses Rübenstein 5 waren unverzeihliche Eingriffe ins kulturelle Erbe Marburgs.
Dergleichen muss künftig auch dann verhindert werden, wenn Marburg sich nicht um eine Anerkennung als Welt-Kulturerbe bewirbt. Der uneingeschränkte Schutz des historischen Reichtums ist eine Bedingung für Marburgs erfolgreiche Zukunft.
Diesen Schutz sind alle Verantwortlichen nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Ihn schulden sie auch allen Menschen, die diese Stadt - aus welchen Gründen auch immer - lieben.
Wer Marburg schändet, erweist sich als unverantwortlicher Ignorant. Deswegen sollte der Schwur auf die Wahrung dieses Schatzes zur Bedingung jeder Ausübung eines öffentlichen Amts in Marburg gemacht werden.
Die Bibel ist schließlich ebenso kulturhistorisch wertvolles Menschenwerk aus vergangenen Zeiten wie das Jahrhunderte alte Gesamtbild dieser wunderschönen Stadt an der Lahn. Wenn seine Politiker nicht an Marburg glauben, dann wird Marburg daran glauben müssen.
Franz-Josef Hanke
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