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Eine Frage der Bewirtschaftung


8 Millionen für Regenwald-Forschung

07.04.2010 (fjh)
Die Fortsetzung einer Forschergruppe unter Marburger Leitung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Bewilligt. Das hat die Philipps-Universität am Mittwoch (7. April) mitgeteilt.
Die Forschergruppe beschäftigt sich mit Biodiversität und nachhaltiger Waldbewirtschaftung in den Tropen. Sprecher-Hochschule der "FOR816" ist die Philipps-Universität. Ihr Sprecher ist der Geograph Prof. Dr. Jörg Bendix.
Zugleich ist dessen Arbeitsgruppe auch an der neuen DFG-Forschergruppe FOR1246 beteiligt, die sich mit dem Ökosystem am Kilimandscharo befasst. Beide Initiativen sind zentraler Bestandteil des Kompetenz-Clusters "Kultur- und Umweltdynamik" der Philipps-Universität.
Die DFG hat 21 wissenschaftliche Teilprojekte sowie zwei weitere zur Administration und Datenhaltung bewilligt, die von Marburg aus koordiniert werden. Die gesamte Fördersumme für drei Jahre beläuft sich auf über acht Millionen Euro.
Die Arbeitsgruppe um Bendix ist mit zwei wissenschaftlichen Vorhaben beteiligt. Bei dem einen dieser Projekte wird der Einfluss des globalen Klima- und Umwelt-Wandels auf das Ökosystem untersucht. Bei dem anderen wird die Konkurrenz von Weidegras und Adlerfarn simuliert.
Die Beziehung zwischen Biodiversität und dem biogeochemischem Zyklus ist zentrales Thema der Experimente im Naturwald. Auf den abgeholzten - und teils aufgrund von Adlerfarn-Befall aufgelassenen – Weide-Arealen wird mit Experimenten versucht, Biodiversität und ökosystemare Leistungen durch Aufforstung mit indigenen Baumarten wiederherzustellen. In Weide-Experimenten wird der Frage nachgegangen, warum das Weidegras durch den Adlerfarn verdrängt wird und wie nachhaltige Weide-Managementsysteme aussehen könnten.
Ein interdisziplinäres Team aus Bio-, Forst-, Geowissenschaftlern und Sozioökonomen aus 19 deutschen, schweizerischen, österreichischen und ecuadorianischen Universitäten arbeitet seit 2007 im San-Francisco-Tal der Südost-Anden Ecuadors, um das Funktionieren dieses Hotspots der Artenvielfalt unter dem Einfluss des globalen und lokalen Landnutzungs- und Klimawandels zu verstehen. Das ist insbesondere im Jahr der Biodiversität höchst aktuell, da Ecuador durch die höchsten relativen Entwaldungsraten in Südamerika gekennzeichnet ist.
Damit geht eine Degradierung des Ökosystems einher. Sie schließt einen rapiden Verlust der Artenvielfalt und der ökosystemaren Leistungen wie Klima- und Wasserregulation oder Kohlenstoff-Fixierung mit ein.
Im San-Francisco-Tal finden die Wissenschaftler optimale Forschungsbedingungen, da hier geschützter naturbelassener Berg-Regenwald abgeholzten Weide-Arealen gegenübersteht. Das Forscherteam hat sich zum Ziel gesetzt, auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen zum Schutz der natürlichen Ökosysteme und zur nachhaltigen Nutzung des Gebiets zu erarbeiten.
pm: Philipps-Universität Marburg
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