01.04.2010 (mal)
Weitere ehemalige Müllkippen aus den 50er und 60er Jahren untersucht die
Stadt Marburg. Mögliche Gefahrenpotentiale sollen erkannt werden, damit entsprechende Sanierungsmaßnahmen möglich sind. Über den Status der Untersuchungen informierte Bürgermeister Dr. Franz Kahle am Donnerstag (1. April) auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei-Grube in Ockershausen.
29 Flächen haben seit 2008 bereits Akten-Auswertungen, Ortsbegehungen und Luftbild-Auswertungen über sich ergehen lassen. Bei 27 Flächen waren weitgehende Untersuchungen mit Boden-Luftproben und Grundwasser-Entnahmen notwendig.
"Die bisherigen Ablagerungen standen in einer niedrigen Priorität der Gesamtuntersuchungen, da hier im Kataster nur von einer Auffüllung mit Bauschutt und Erdaushub die Rede ist", erklärte Kahle bei der Ortsbegehung in Ockershausen. "Es wird also damit gerechnet, dass über die Untersuchungen keine nennenswerten Belastungen festgestellt werden."
Ein Fund auf zwei Müllkippen in Marbach widerspricht allerdings diesen Informationen. Dort wurden neben Erdaushub und Bauschutt auch Impf-Ampullen und Glasbruch erbohrt. Wie weit das Grundwasser dort verseucht ist, kann noch nicht gesagt werden.
Welche Gefährdung für die Umwelt in Ockershausen besteht, versucht die Stadt nun herauszufinden. In erster Linie werden Rammkern-Sondierungen durchgeführt. Aus diesen Bohrungen werden dann Bodenproben und Bodenluft-Proben entnommen.
Abfallspezifische Parameter und aussagekräftige Werte erhofft sich nicht nur der Magistrat. Besorgte Bürger machen darauf aufmerksam, dass auf vielen der ehemaligen giftmüllverdächtigen Deponien inzwischen Spielplätze und Wanderwege angelegt worden sind. Zudem stehen Mehr-Familien-Häuser in direkter Umgebung. Um weitere gesundheitsschädliche Konterminirungen zu verhindern, müsse der Magistrat zügig intervenieren.
Martin Ludwig
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