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Zentrumstage am ZfK


Transitional Justice als Konzept zur Konfliktlösung

16.03.2010 (fjh)
Die 2. Marburger Zentrumstage veranstaltet das Zentrum für Konfliktforschung (ZfK) der Philipps-Universität von Dienstag (23. März) bis Donnerstag (25. März. Thema der diesjährigen Konferenz ist das Konzept der "Transitional Justice".
Dieser Begriff steht für Versuche, massive Menschenrechtsverletzungen und Gewalttaten aufzuarbeiten, um den Übergang zu einer nachhaltig friedlichen - meist demokratischen - Gesellschaftsordnung zu ermöglichen. Das Besondere daran ist, dass die Phase der transition eng mit dem Streben nach Gerechtigkeit verknüpft wird.
Dabei ist Gerechtigkeit aber nicht nur im strafrechtlichen Sinn zu verstehen. "Transitional Justice" beruht auf der Annahme, dass der Übergang zu Frieden und Sicherheit nach gewaltsamen Konflikten oder Diktaturen der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen bedarf. Nur ein klarer Bruch mit vergangenem Unrecht – so die Annahme – ermöglicht, künftigen Verbrechen vorzubeugen, Vertrauen in eine neue Regierung und Staatsform zu erzeugen und zur Aussöhnung zwischen den Konfliktparteien beizutragen.
"Transitional Justice" hat in den vergangenen Jahren sowohl auf wissenschaftlicher wie auch auf politischer Ebene enorm an Bedeutung gewonnen. Das Konzept wird zum Teil schon als Allheilmittel zur Aufarbeitung von jeglicher Art von bewaffneten Konflikten in jedem Winkel der Welt gesehen.
Während der Marburger Zentrumstage werden Wissenschaftler verschiedener Disziplinen über die Möglichkeiten - aber auch die Risiken - dieses Ansatzes diskutieren. Besonders viel Raum wird Diskussionen über eine lokale Umsetzung gegeben.
Darüber hinaus soll auch der Blick geschärft werden für bisher weniger beachtete Facetten des Konzepts. Aus diesem Grund freut es die Veranstalter besonders, dass die britische Wissenschaftlerin Dr. Kirsten Campbell Am Mittwoch (24. März) um 9Uhr einen Vortrag zum Thema "Gender“ und Transitional Justice"halten wird.
Ein weiterer Höhepunkt der Konferenz wird die Eröffnungsdiskussion am Dienstag (23. März) um 15 Uhr sein. Mit Prof. Anika Oettler, Prof. Christoph Safferling und Prof. Susanne Buckley-Zistel werden drei Marburger Professoren verschiedener Fachgebiete - Soziologie, Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft- über globale und lokale Aspekte des Konzepts diskutieren.
pm: Philipps-Universität Marburg
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