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Polizei legte Unfallstatistik vor

12.03.2010 (fjh)
Elf Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang verzeichnet die Unfallstatistik der Polizei für den Landkreis Marburg-Biedenkopf sowohl im Jahr 2009 wie auch im Jahr davor. Dabei verloren 2008 insgesamt zwölf und im darauffolgenden Jahr 16 Menschen ihr Leben.
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis ging von 4.196 auf 4.161 leicht zurück. 821 dieser Unfälle endeten mit Personenschäden. Im Vorjahr waren es 830 gewesen. Obwohl 2009 also neun Unfälle weniger passierten, verunglückten 22 Menschen mehr.
Insgesamt forderten die Unfälle 944 leicht- und 172 schwer Verletzte sowie zwölf Tote. Demgegenüber waren im Vorjahr 913 Menschen bei Unfällen leicht und 177 schwer verletzt worden.
Die Unfälle mit Personenschaden fielen im Jahr 2008 um 5,1 Prozent und gingen im Jahr 2009 nochmals um etwa ein Prozent zurück. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten ist die niedrigste seit 1980.
"Die Anzahl der verunglückten Menschen stieg letztes Jahr bedauerlicherweise erstmals seit 2004 von 1.106 auf 1.128 an", resümierte Polizeisprecher Martin Ahlich. "Leider trübt auch der Anstieg der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss von 139 auf 151 die Unfall-Entwicklung."
Alkohol zählt neben der Geschwindigkeit und den Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder rückwärts Fahren nach wie vor zu den Hauptursachen der Unfälle mit schweren Folgen. Durch Präventionsprogramme möchte Kriminaldirektor Konrad Stelzenbach dieser Entwicklung entgegentreten. Er leitet die Polizeidirektion Marburg.
Die Hauptursachen aller Unfälle sind Fehler beim Abbiegen oder Wenden, zu geringer Sicherheitsabstand sowie die Geschwindigkeit. Je schwerer die Folge eines Unfalls, desto höher ist der Anteil der Geschwindigkeit als herausragende Ursache.
In 33,53 Prozent aller Fälle war die Geschwindigkeit bei Unfällen mit leicht verletzten Personen die Ursache. Dieser prozentuale Anteil steigt bei Unfällen mit Schwerverletzten auf über 37 Prozent und bei Unfällen mit Todesfolge auf deutlich über 45 Prozent. Fünf der elf Unfälle mit tödlichem Ausgang passierten durch überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit.
Statistisch betrachtet, ereigneten sich im Landkreis täglich zwölf Verkehrsunfälle mit drei Verletzten.
Die Statistik verrät weiterhin, dass täglich drei Unfallbeteiligte vom Unfallort flüchteten.
Die Zahl der Unfallfluchten stieg erneut von 1.056 auf nunmehr 1.088 an. Einziger Lichtblick bei dieser Entwicklung ist aus Sicht der Polizei der Rückgang der Fluchten bei Unfällen mit Personenschäden von 78 auf 63 Vorfälle. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 36,8 Prozent auf 38,1 Prozent an.
Bei Betrachtung aller Verkehrsunfälle stehen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder rückwärts Fahren mit 23,7 Prozent an erster Stelle der Unfallursachen. Danach folgen zu geringer Abstand mit 21,6 Prozent und nicht angepasste Geschwindigkeit mit 16,6 Prozent.
Bei Unfällen mit schweren Folgen wie schwer verletzten Personen oder mit tödlichem Ausgang steigen besonders auffällig die Ursachen Geschwindigkeit mit 16,6 zu 45,4 Prozent und berauschende Mittel mit 3,7 zu 12,16 Prozent.
Bei zwei der elf Unfälle mit tödlichem Ausgang war die Ursache ein Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärts fahren. Bei einem Unfall stand ein Beteiligter unter dem Einfluss von Alkohol. Bei fünf tödlichen Unfällen war die Ursache die Geschwindigkeit.
Im Durchschnitt nahmen die Polizeibeamten jeden dritten Tag einen Verkehrsunfall auf, bei dem der Fahrer unter dem Einfluss berauschender Mittel wie Drogen, Medikamente oder Alkohol stand. Die Gefahr, bei einem Unfall verletzt zu werden, steigt deutlich an, wenn ein Unfallbeteiligter unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln steht.
Bei 20 Prozent aller Unfälle kamen Personen zu Schaden. Fuhr ein Beteiligter unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln, führten 45 Prozent dieser Unfälle zu Personenschäden.
Der durch Verkehrsunfälle verursachte - polizeilich geschätzte - Sachschaden betrug im Jahr 2009 insgesamt 11.513.268 Euro. Damit fiel er etwas geringer aus als im Vorjahr mit 11.601.910 Euro.
pm: Polizei Marburg
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