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15 Jahre Festival


KiTZ-Theaterkumpanei inszenierte Biene Maja

06.03.2010 (mal)
"Jede Biene gleicht der anderen, und jede Biene macht, was jede andere macht“, begann Bärbel Maier ihr Spiel. Mit diesen Worten startete am Samstag (6. März) die 15. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche. Bis Samstag (13. März) wird das Programm im Theater Am Schwanhof (TaSch 2) explizit für Kinder und Jugendliche zugeschnitten sein.
Die KiTZ-Theaterkumpanei aus Ludwigshafen wählte als Thematik den zeitlosen Klassiker "Biene Maja“. Doch Kenner der Kult-Serie aus den 70er Jahren waren sichtlich enttäuscht. Einige der bekannten Elemente wie der Grashüpfer Flip oder der Bienenjunge Willi fehlten gänzlich. Im Großen und Ganzen schien das Bühnenstück nur für konservative Kenner der Originalversion ein wirklicher Genuss zu sein. Die Künstlerin erzählte die Geschichte nach der Vorlage des deutschen Schriftstellers Waldemar Bonsels aus dem Jahr 1912.
Die junge Biene will weder Honig sammeln, noch Wachs zubereiten. Sie will die Welt entdecken und Spaß haben.
Dabei lernt sie immer wieder neue Freunde kennen. Außerdem erfährt sie so manches über das Leben.
Einzig die kindgerechte und sehr farbenfrohe Erzählweise machten die Umsetzung zu einer gelungenen Vorstellung. Mit ausdrucksstarker Mimik und abwechslungsreicher Stimm-Modulation schaffte es Maier, das junge Publikum zu begeistern.
Dabei zeigte sie sehr großes Feingefühl. Durch ihre lebendige Erzählweise gewann sie die Aufmerksamkeit der Kinder und begeisterte sie für die Geschichte um eine Biene, die doch ganz anders ist als andere Bienen.
Immer wieder ahmte sie die Geräusche der Protagonisten nach und unterschied dabei eindrucksvoll das emsige Summen der Bienen vom trägen Gebrumme der Fliegen. Fingerpuppen und Requisiten aus Filz ließen die Zuschauer vergessen, dass die ganze Aktion im Grunde nur von der Darstellerin selbst ausging.
Der gurken-nasige Weberknecht Hannibal war neben der neugierigen Biene ein wichtiger Sympathieträger. Er verlor bei seiner ersten Begegnung mit einem Menschen ein Bein und lebte seit dem in ständiger Angst.
Der Dialog zwischen der Biene und dem Weberknecht zeigte den Kindern, wie wichtig der Respekt vor der Natur ist. Allerdings hatte nicht jeder Dialog einen pädagogischen Wert für die Kinder.
Maja traf im Laufe der Handlung auf eine Blumenelfe, die der jungen Biene ihren sehnlichsten Wunsch erfüllte. Sie durfte endlich die Menschen sehen und erfuhr dabei, dass alle Menschen gut seien, weil sie einander lieb hätten.
Dennoch handelt es sich bei der dargestellten Blumenelfe um ein Element aus ethnischen Religionen. Die Darstellerin behauptete, dass Blumenelfen in Blumenkelchen säßen und Wünsche erfüllten. Tatsächlich gibt es Menschengruppen, die genau daran glauben. Eine gewollte oder unabsichtliche Konfrontation von Kindern mit religiösen Glaubensmustern und der damit einhergehenden Beeinflussung ist aber moralisch fragwürdig.
Im Großen und Ganzen handelte es sich um eine schöne - wenn auch sehr durchschnittliche - Umsetzung. Individualität und künstlerische Freiheit im Bezug auf die Handlung schienen gänzlich zu fehlen. Der Künstlerin gelang jedoch eine wundervoll poetische und kindernahe Betrachtung über die Schönheit der Natur.
Martin Ludwig
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