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Soziales 2009


Das soziale Herz Deutschlands

31.12.2009 (fjh)
2009 war ein Jahr des Sich-Berappelns. Nach der weltweiten Wirtschaftskrise haben gigantische Finanzspritzen der Regierungen vor allem Banken und Versicherungen gerettet.
Nun tun die Verantwortlichen dort so, als sei nichts geschehen. Nach wie vor kassieren sie millionenschwere Boni selbst in Unternehmen, die wenige Wochen vorher erst mit staatlicher Stütze in Milliardenhöhe gerettet worden waren.
In Marburg hat man von dieser Krise allerdings nicht allzu viel bemerkt. Lediglich die gesteigerte Investitionstätigkeit aufgrund der staatlich finanzierten Konjunkturpakete zeigte sich hier sehr deutlich.
Allerdings hat Oberbürgermeister Egon Vaupel seinen Haushaltsentwurf 2010 wegen unwägbarer Rahmenbedingungen aufgrund geplanter Gesetzesvorhaben der schwarz-gelben Koalition in Berlin vorerst zurückgezogen. Im Frühjahr will er einen Doppelhaushalt für 2010 und 2011 vorlegen.
Immerhin kann der Kämmerer den Haushalt 2009 noch mit einem positiven Ergebnis abschließen. Für Kultur- und Sozialprojekte hat die Stadt dennoch mehr Geld ausgegeben als alle vergleichbaren Städte in Hessen.
Ohnehin fühlt Marburg sich seiner sozialen Verantwortung verbunden. Auch wenn die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung (BVLH) ihren Hauptsitz nun nach Berlin verlagert hat, bleibt Marburg doch "das soziale Herz Deutschlands", wie Vaupel es ausdrückt.
Die Verabschiedung des langjährigen BVLH-Bundesgeschäftsführers Dr. Bernhard Conrads am Freitag (18. September) im Historischen Saal des Rathauses war ein Ausdruck der Verbundenheit der Stadt mit Behinderten. Ein anderes Zeichen war die Verleihung des "Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte" am Sonntag (26. April) ebendort an die blinde Tibetologin Sabrye Tenberken.
Dennoch blieb auch Marburg im Jahr 2009 nicht verschont von sozialen Problemen. Vor allem im Bereich des Elisabeth-Blochmann-Platzes, des Erlenrings und des so genannten "Marktdreiecks" bis hin zum Gerhard-Jahn-Platz musste die Polizei vermehrt wegen kleinerer und größerer Straftaten einschreiten.
Das für diesen Bereich erlassene Verbot, alkoholische Getränke offen mit sich zu führen, hat die Stadt dennoch aufgehoben. OB Vaupel setzt stattdessen auf das so genannte "Nachtsport"-Angebot an Jugendliche als sinnvolleren Zeitvertreib.
Mit einem Besuch der Weihnachtsfeier für Obdachlose hat Vaupel am Donnerstag (24. Dezember) seine Solidarität mit sozial benachteiligten Menschen bekundet. Die menschenunwürdige Praxis von Hartz IV kann die Stadt leider aber nicht ändern.
Franz-Josef Hanke
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