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Barrierefreies Bürgerhaus


Adventskalender und Rampe sorgen in Hermershausen für Integration

17.12.2009 (chr)
Adventskalender gibt es aus Papier oder Karton. Lebendige Adventskalender gibt es dagegen selten.
Was ein lebendiger Adventskalender ist, kann man seit Dienstag (1. Dezember) in Hermershausen erleben. Jeden Abend treffen sich im dortigen Bürgerhaus etwa 25 Kinder, um sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen.
"Dann wird zusammen gesungen. Und anschließend machen wir was Aktives", erklärte Anja Merte am Mittwoch (16. Dezember) das Konzept. Die zweifache Mutter hat zusammen mit drei anderen Frauen das Projekt initiiert.
Von der Idee des lebendigen Adventskalenders hatten Merte und ihre Mitstreiterinnen Miriam Wunderlich, Katrin Rohe und Claudia Detriche aus anderen Orten gehört. Daraufhin beschlossen die Frauen, den Kindern in Hermershausen einen ähnlichen kreativen Zeitvertreib in der Adventszeit anzubieten.
Gemeinsame Lieder haben dabei den Zweck, dem ganzen einen Rahmen zu geben. Anschließend können alle Kinder an verschiedenen Aktionen teilnehmen.
So haben die Kinder schon die über 90 Jahre alten Mitbewohner im Ort besucht und für sie gesungen. Oder jeder bastelt einen kleinen Weihnachtsbaum für sich.
Die Altersspanne der Teilnehmer reicht von zwei bis zwölf Jahre. Dementsprechend wichtig ist auch der soziale Zusammenhalt der Kinder. Deshalb geben die Großen den Kleinen als Paten bei den gemeinsamen Aktionen Anleitung und Betreuung.
Das allabendliche Engagement von Merte und den anderen Müttern ist ehrenamtlich. Sie arbeiten aus der Überzeugung, dass es wichtig ist, Angebote für die Kinder eines Ortes zu schaffen.
Die Resonanz unter den Kindern sei sehr gut, berichtete Merte. Insgesamt haben sich 42 Kinder zum Adventskalender angemeldet.
Auch Ortsvorsteher Rudi Heimbach findet die Aktion "ganz großartig". Der Stadtteil habe deshalb gerne das Bürgerhaus kostenlos zur Verfügung gestellt.
"Ohne Spenden wäre das Projekt nicht möglich", stellte Merte außerdem klar. Auch wenn die Mütter ehrenamtlich arbeiten, koste allein das Bastelmaterial für die Kinder Geld.
Deshalb unterstützen neben der Jugendförderung der Stadt Marburg auch die örtliche Feuerwehr und der Verein "Pils-Radler" das Projekt. Durch den großen Erfolg hoffen die Mütter, den Adventskalender auch 2010 wieder anbieten zu können.
Doch nicht nur Kindern soll das Hermershausener Bürgerhaus offen stehen. Auch älteren oder körperbehinderten Menschen ist seit Sommer 2009 ein barrierefreier Zugang möglich.
Dazu wurde im Auftrag des Ortsbeirats eine Rampe am hinteren Zugang eingerichtet. Gleichzeitig ließ man für rund 30.000 Euro die ehemalige Putzmittel-Kammer in eine behindertengerechte Toilette umbauen.
"Die Idee kam uns schon 2008", erläuterte Heimbach. Grund sei vor allem die zunehmende Überalterung der Gesellschaft.
"Trotzdem wollten wir erst sicher sein, dass der Umbau der Toilette machbar ist, bevor wir einen barrierefreien Zugang legen", erklärte der Ortsvorsteher die zeitliche Verzögerung von Planung und Umbau. Denn nur in dieser Kombination sei die Maßnahme sinnvoll.
Ein Praxis-Test im Rollstuhl hat gezeigt, dass der Umbau durchaus gelungen ist. Besonders die Toilette bietet ausreichend Platz und ist modern ausgestattet.
Jedes Jahr werde versucht, weitere öffentliche Gebäude barrierefrei zu gestalten, erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle dazu. Zudem zeigten lebender Adventskalender und Rampe, dass in Hermershausen "für Jüngere und Ältere viel getan wird", ergänzte Heimbach.
Christian Haas
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