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Zwei Dissertationen


Feier zum 70. Geburtstag von Josef Krieglstein

17.03.2008 (fjh)
"Jederzeit wieder berufbar" sei Prof. Dr. Dr. Josef Krieglstein. Das äußerte Universitäts-Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Heldmaier am Samstag (15. März) beim Festakt zum 70. Geburtstag des emeritierten Pharmakologen in der Aula der Alten Universität.
Nach der akademischen Feier fand ein Symposium mit prominenter internationaler Besetzung über Neuroprotektion statt, das an die von Krieglstein initiierten "Marburg Meetings" zum gleichen Thema anknüpfte. Der Jubilar, der von 1973 bis 2005 in Marburg einen Lehrstuhl für Pharmakologie innehatte, wirkt seit seiner Emeritierung als Gastprofessor in Münster.
"Josef Krieglstein hat Marburg auf der Landkarte der herausragenden Forschungsstandorte für Neuroprotektion etabliert. Er zählt zu den Pionieren dieses hoch kompetetiven Forschungsgebietes", sagte
Krieglsteins erfolgreiches Wirken sei ein starkes Argument für die Schaffung eines fachübergreifenden Zentrums für Pharmakologie, wie es gegenwärtig geplant werde. Heldmaier wies darauf hin, dass der Jubilar in Publikations-Datenbanken mit 265 Veröffentlichungen verzeichnet ist, die mehr als 5.000-mal zitiert wurden: "Damit wären Sie für uns jederzeit wieder berufbar."
Pharmazie-Dekan Prof. Dr. Michael Keusgen erinnerte an die signifikanten Beiträge, die Krieglsteins Arbeitsgruppe auf dem Feld neuronaler Erkrankungen geleistet habe. "Effektive Therapien gegen diese Krankheiten werden dringend benötigt, speziell für ältere Menschen", unterstrich Keusgen die Bedeutung von Krieglsteins Forschungsgebiet.
Prof. Dr. Matthias Rothmund hob als Medizin-Dekan die enge Beziehung hervor, die Krieglstein aufgrund seines Doppel-Studiums auch mit diesem Fachbereich verbindet.
In ihrer Laudatio zeichnete Prof. Dr. Susanne Klumpp von der Universität Münster den Werdegang des Jubilars nach. Krieglstein wurde 1938 in Pechgrün im heutigen Tschechien geboren. ER studierte Pharmazie und Medizin an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo er auch in beiden Fächern promovierte. Seine pharmazeutische Dissertation schrieb er über neuartige, äußerst stabile Zuckermoleküle, die er in Bakterien gefunden hatte.
Nach seiner Doktorarbeit ging Krieglstein zur Habilitation nach Mainz. 1972 wurde er im Alter von nur 35 Jahren auf den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie an die Philipps-Universität berufen.
Hier wirkte er 32 Jahre lang als Institutsleiter. Zu den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Arbeit zählen neurodegenerative Erkrankungen, die Rolle von Wachstumsfaktoren sowie Strategien gegen Schlaganfall. Unter anderem erkannte er erstmals die neuroprotektive Wirkung des Medikaments "Memantine", das heute erfolgreich gegen Alzheimer angewendet wird.
Doch Krieglstein bereicherte seine Disziplin nicht nur durch eigene Forschungsarbeiten, sondern auch als Initiator regelmäßiger pharmakologischer Fachtagungen über Durchblutungsstörungen des Gehirns. Von 1986 bis 2004 richtete er im zweijährigen Rhythmus das in der Fachwelt höchst angesehene "Marburg Meeting" aus.
Klumpp hob besonders die jüngsten Forschungsaktivitäten des Jubilars an der Universität Münster hervor, mit denen er an die erfolgreiche Tätigkeit vor seiner Emeritierung anschließt.
In seiner Danksagung äußerte Krieglstein seine Verbundenheit gegenüber Mitarbeitern und akademischen Lehrern. Er bekräftigte, dass er noch immer viele Pläne habe. Zudem zeigte er sich froh über die fortbestehende Arbeitsmöglichkeit: "Ich habe immer den Eindruck, es ist besser als je zuvor."
Während des anschließenden Symposiums widmeten sich namhafte Wissenschaftler aus aller Welt verschiedenen Aspekten der Neuroprotektion von der Aufklärung molekularer Signalwege bis zur Rolle moderner Bildgebung bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten. Zu Ehren des Jubilars waren eigens Referenten aus den USA, Großbritannien und Japan angereist. Das "Philippos-Quartett" Marburg sowie die Chorgruppe "Piano Marbach" besorgten die musikalische Umrahmung der Veranstaltung, die mit Gesprächen am Buffet ausklang.
pm: Philipps-Universität Marburg
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