08.12.2009 (chr)
Marburg soll 2010 näher an seinen Fluss rücken. "Marburg an die Lahn" heißt das Themenjahr des Fachdiensts Kultur der
Stadt Marburg.
Zwei der geplanten Projekte stellte Oberbürgermeister Egon Vaupel zusammen mit anderen Beteiligten am Dienstag (8. Dezember) vor. Schauplatz der Präsentation war dabei nicht zufällig die Marburger Bootswerft in Cölbe.
Hier entsteht nämlich die Hauptattraktion des Themenjahrs. Das Boot "Elisabeth II" soll als Fähre fast das ganze Jahr über zwischen Afföller und Weidenhäuser Wehr unterwegs sein.
"Bis zu zehn Passagiere gleichzeitig haben dann auf dem Boot Platz", verkündete Angelika Funk. Sie ist
die stellvertretende Geschäftsführerin von
Arbeit und Bildung.
Dieser Verein betreibt die Werft, die für die Sanierung der "Elisabeth II" zuständig ist. Neben neuen Bänken verpassen die Werft-Mitarbeiter dem ehemaligen Fischkutter auch ein Dach.
"So sind die Passagiere selbst bei tropischen Temperaturen optimal geschützt", scherzte Vaupel.
Doch das Dach hat nicht nur schützende Funktion. Zusätzlich sind auf ihm Solarzellen montiert, die den Elektromotor des Boots mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Damit lässt es sich dann bis zu sechs Stunden-Kilometer schnell über die Lahn schippern.
Um die Passagiere währenddessen rundum zu versorgen, bietet die "Elisabeth II" außerdem Platz für einen Kochbereich. Daneben sorgt ein Kühlschrank für ein ausreichendes Getränke-Angebot. So können auch kulinarische Events auf dem Boot stattfinden.
"Geplant sind außerdem Lesungen, Musik-Veranstaltungen und Stadtrundfahrten", berichtete Mariella Terzo vom Fachdienst Kultur. Auch für private Festlichkeiten könne das Boot ab März gebucht werden.
Die ursprüngliche Idee zu Elisabeth II sei im Elisabeth-Jahr 2007 geboren worden, berichtete Funk. Dabei habe der Fährbetrieb in Marburg durchaus eine längere Tradition.
Nach dem Zweiten Weltkrieg befuhr der Vorgänger "Elisabeth" die obere Lahn. Diese Tradition wird die "Elisabeth II" ab Mittwoch (31. März) auf der unteren Lahn fortsetzen.
Dann soll das Boot vom Stapel laufen. Die offizielle Schiffstaufe folgt am Pfingstsamstag (22. Mai) im Rahmen des Marburger Hafenfestes.
Die zweite Aktion rund um den Fluss ist der Erlebnispfad "Lahnorama". Unter der Leitung des Künstlers Georg Mertin entstehen dazu entlang der Lahn mehrere Stationen.
"Sie sollen die Leute an den Fluss heranführen", erläuterte Mertin. Dazu hat der Rossdorfer verschiedene regionale Künstler animiert, unter dem Stichwort "WasserDicht" ihre ganz persönlichen Ideen umzusetzen.
Obwohl viele der Projekte noch in der Planungsphase sind, steht das grundsätzliche Ziel des Themenjahrs für den Oberbürgermeister schon fest: "Wir wollen die Lahn und ihre Lebensqualität wieder neu ins Bewusstsein der Menschen bringen".
Christian Haas
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