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Visitenkarten und Stadtplan


BliStA stellte neue Orientierungshilfen vor

02.12.2009 (chr)
Oberbürgermeister Egon Vaupel hat in Zukunft zwei unterschiedliche Visitenkarten in der Tasche. Die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA) hat Vaupel am Mittwoch (2. Dezember) Visitenkarten in Brailleschrift überreicht.
Die Aktion fand aus Anlass des Welttags der Behinderten am 3. Dezember statt. Fortan ist Vaupel bundesweit das erste Stadtoberhaupt, dessen Visitenkarten auch für blinde Menschen lesbar sind. "Es gehört sich ganz einfach für den Oberbürgermeister der Stadt Marburg, dass er Visitenkarten in Brailleschrift hat", erklärte Vaupel dazu.
Marburg stehe dafür, dass hier blinde, sehbehinderte und sehende Menschen ganz selbstverständlich zusammenleben. "Da ist es gut, wenn man jedem Visitenkarten überreichen kann".
Auf den Karten sind in Braille-Kurzschrift die wichtigsten Kontaktdaten Vaupels notiert. In Kurzschrift sind sie, damit der Text auch auf die kleinen Karten passt, erläuterte Blista-Direktor Claus Duncker.
Für ihn sind die Karten ein Symbol dafür, "dass Marburg als Stadt mit blinden und sehbehinderten Menschen auf Augenhöhe ist". Das zeige sich in sehr vielen Lebensbereichen, ergänzte BliStA-Vorstand Arno Kraussmann.
In Gaststätten beispielsweise gingen die Bediensteten sehr selbstverständlich mit Blinden um. Genauso selbstverständlich sollten sich Blinde auch in Marburg orientieren können.
Als weiteren Schritt in diese Richtung hat die BliStA deshalb einen taktilen Stadtplan Marburgs fertiggestellt. Auf drei geprägten Übersichtskarten haben Blinde und Sehbehinderte die Möglichkeit, Marburgs gesamte Geographie und Infrastruktur tastend zu erfassen.
Daneben bilden neunzehn Mobilitätspläne das gesamte Stadtgebiet von Wehrda bis Cappel ab. Ergänzt wird der Plan durch eine detaillierte Karte der Oberstadt mit allen Treppen sowie ein erklärendes Register – jeweils in Punkt- und Großschrift. Für Sehbehinderte und Sehende sind die Karten außerdem farblich kontrastiv gestaltet.
Ausgelegt wird der Plan bei Marburg Tourismus Marketing (MTM) am Pilgrimstein und in der neuen Oberstadtwache am Marktplatz.
Daneben ist das Set für rund 100 Euro bei der BliStA erhältlich. Für die Fertigstellung habe man etwa zwei Jahre gebraucht, erzählte Kraussmann.
Deshalb seien die Karten womöglich nicht mehr vollständig aktuell. Größere Veränderungen des Stadtbilds würden aber in Zukunft so schnell wie möglich ergänzt.
Das gilt beispielsweise für den geplanten Umbau des Hauptbahnhofs. Dort soll dann auch eine festinstallierte Version des taktilen Stadtplans ausliegen.
Stadtplan und Visitenkarten seien ein Hinweis darauf, dass sich Marburg ganz selbstverständlich für Blinde und Sehbehinderte einsetze, erklärte Duncker. "Wir haben die Hoffnung, dass dies auch ein Anstoß für andere Städte in dieser Hinsicht sein kann".
Christian Haas
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