Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Lautstarke Lebensfreude


Gospel-Chor "Joy of Life" brachte die Pfarrkirche zum Beben

29.11.2009 (chr)
"Joy of Life" heißt der Gospel-Chor der Kurhessischen Kantorei. Viel Lebensfreude versprühten dessen Sänger dann auch einen Abend lang bei ihrem Konzert am Samstag (28. November) in der Lutherischen Pfarrkirche.
Ruhig - fast leise - zog der Chor zu Beginn mit dem Spiritual "Hakuna Wakaita sa Jesu" aus Simbabwe in die Kirche ein. Eine Trommel war dabei die einzige Begleitung des mehrstimmigen Gesangs.
Doch sobald der Chor im Altarraum der Kirche stand, entfaltete sich seine ganze Stimmgewalt. Ergänzt durch die Akustik des weitläufigen Kirchenschiffs, sangen die rund dreißig Mitglieder fast a cappella sechs fromme Gesänge Afrikas.
Chorleiter Jean Kleeb dirigierte dabei mit vollem Körpereinsatz. Er sprang, wippte und hüpfte.
Spätestens mit dem dritten Spiritual ging dieser Rhythmus auch auf die vollbesetzte Kirche über. Das Publikum klatschte den Takt begeistert mit.
Auch wenn die Texte in der Originalsprache gesungen wurden, war doch die darin enthaltene Freude so mehr als deutlich zu spüren. Diese Stimmung erreichte mit dem sechsten Spiritual "Ipharadisi" ihren vorläufigen Höhepunkt.
Das anschließende Herzstück des Konzerts bildeten verschiedene Stücke des amerikanischen Komponisten Robert Ray. Ray kombiniert in seinen Werken auf einfallsreiche Weise alte afrikanische Gesänge mit Elementen aus Pop und Klassik, in die er biblische Texte und Gebete verarbeitet.
Als Einstieg sang der Chor das Stück "Gospel Magnificat". Hier verschmelzen Gospel, Jazz und Klassik mit einem Text aus dem Lukas-Evangelium.
Begleitet von Klavier , Bass und Schlagzeug, wechselten sich choralartige Gesänge mit schwungvollen Gospelstücken ab. Besonders beeindruckte dabei der Wechselgesang zwischen Chor und Solo-Sopran Lea Rehlich.
Ihre glockenhelle und kraftvolle Stimme setzte dem Gesamtkönnen noch eins drauf. Dafür spendete das Publikum auch begeisterten Zwischenapplaus.
Die anschließende "Gospel Mass" ist eine klassische Gottesdienst-Liturgie aus sechs Teilen, in der Ray das musikalische Spektrum um Jazz und klassische Kirchenmusik ergänzt. Die einzelnen Stücke boten einen abwechslungsreichen Mix aus schnellen heiteren Gospeln und besinnlich-getragenen Chorgesängen.
Dabei ergänzte sich das Spiel der Musiker perfekt mit den einzelnen Stimmen des Chors. Mit überraschender Leichtigkeit wechselten die einzelnen Solo-Sänger immer wieder zwischen schwungvoll-fröhlichen und besinnlicheren Liedern.
Auch ihre oft schwierigen Tonhöhen-Verläufe meisterten die Sopranistinnen mit Bravour. Entsprechend stürmisch war der Applaus, als die "Gospel Mass" schließlich in ein lautes, hoffnungsvolles "Halleluja" mündete.
Doch damit war der Abend noch nicht zu Ende. "He never failed me yet" fasste das letzte Stück die in den vorherigen Liedern vermittelte Lebensfreude noch einmal fetzig zusammen.
Solo-Sängerin Josefine Henning erhielt für ihr Können anschließend besonders lauten Jubel. Mit stehenden Ovationen und Fußgetrampel brachte das Publikum auch seine Bewunderung für Chorleiter Kleeb zum Ausdruck und den Kirchenboden zum Beben.
Soviel Begeisterung krönte der Chor noch mit einer Zugabe, ehe er sich wieder mit einem Spiritual aus der Kirche verabschiedete. Draußen im Vorraum begleitete der Gesang die Zuhörer dann noch nach Hause.
Sie alle haben an dem abwechslungsreichen Abend ein Stück musikalische Lebensfreude erhalten. Davon lässt sich gewiss noch lange zehren, mindestens bis zum Konzert im nächsten Jahr.
Christian Haas
Text 3110 groß anzeigen

www.marburgnews.de

© 2017 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg