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Hilfe wird bestraft


Grund zur Besorgnis für Behinderte

20.11.2009 (chr)
Deutschland wird häufig als "Service-Wüste" kritisiert. Unentgeltliche Hilfeleistungen sind selten genug. Wenn es aber tatsächlich einmal Leute gibt, die von sich aus anderen helfen, geht das nicht immer gut aus.
Seine Hilfsbereitschaft wurde einem Taxifahrer am Mittwoch (18. November) in der Potsdamer Straße zum Verhängnis. Über die Zentrale war ihm mitgeteilt worden, dass ein behinderter Fahrgast Hilfe benötige. Daraufhin verließ er sein Auto in Richtung Haustür.
Dieser Gang erwies sich jedoch als fataler Fehler. Denn sofort schlugen Diebe die Frontscheibe des Autos ein und stahlen daraus die Geldbörse mit den Tageseinnahmen.
Der materielle Schaden dieser Aktion dürfte recht klar zu beziffern sein. Kaum zu ermessen ist jedoch der bleibende immaterielle Schaden.
Der Taxifahrer wird sich in Zukunft zweimal überlegen, ob er Hilfe leistet. Diese begründete Vorsicht fällt dann auf diejenigen zurück, die Hilfe benötigen.
Für Behinderte, Alte und Kranke wird das Leben damit schwerer. Sie können nicht darauf bauen, dass Mitmenschen ihnen unvoreingenommen entgegenkommen.
Womöglich werden in Zukunft die Taxifahrer ihr Auto gar nicht mehr verlassen. Jeder Hilfesuchende könnte ja ein Betrüger sein!
Auf diese Weise haben die Täter auf dem Richtsberg nicht nur eine Scheibe zerschlagen und eine Geldbörse gestohlen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt nachhaltig beschädigt. Abhanden gekommen ist damit auch die wichtigste Währung jeder lebenswerten Gesellschaft: die Solidarität!
Christian Haas
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