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Nichts für Sarkozy


Kommunalwahl-Ergebnis in Poitiers

12.03.2008 (ute)
Mit einer absoluten Mehrheit von 54,52 Prozent wurde Alain Claeys von der Sozialistischen Partei am Sonntag (9. März) in das Amt des Bürgermeisters von der Marburger Partnerstadt Poitiers gewählt. Damit entfällt in Poitiers der zweite Wahlgang, der nach dem französischen Kommunal-Wahlrecht eine Woche nach dem ersten Wahltermin erfolgt.
Die rechts orientierte Partei UMP des amtierenden Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy erhielt mit Stéphane Braconnier 21,06 Prozent. Die bürgerliche Mitte "MoDem" mit ihrem Spitzenkandidaten Philippe Mahou erreichte nur 16,45 Prozent der abgegebenen Stimmen. Zum ersten Mal zog die extreme Linke (LCR) mit Maryse Desbourdes mit 6,24 Prozent ins Stadtparlament ein. Die ebenfalls links orientierte trotzkistische Partei „Arbeiterkampf“ (LO) erhielt mit 1,74 Prozent keinen Sitz im Rathaus von Poiters.
Damit entfallen von den insgesamt 53 Sitzen 41 auf das linke Wahlbündnis der Sozialistischen Partei und der Grünen und zwölf auf die Opposition. Sieben Mandate erhielt die Rechte, vier die bürgerliche Mitte und ein Mandat die extreme Linke.
Das gute Wahlergebnis des linken Wahlbündnisses in Poitiers kam zwar in der schon seit langem links regierten Partnerstadt Marburgs nicht überraschend. Die Wahlen spiegeln jedoch auch eine allgemeine Tendenz bei den französichen Kommunalwahlen am Sonntag (9. März) wider. Die Sozialistische Partei konnte dabei einen allgemeinen Sympathie-Zuwachs verzeichnen. Die Wahlbeteiligung lag allerdings in Poitiers mit 57,05 Prozent unterhalb des nationalen Durchschnitts von 65,67 Prozent.
Claeys ist ein langjähriger Freund des scheidenden Bürgermeisters Jacques Santrot. Er gehört derselben Partei wie Claeys an. Santrot war insgesamt 30 Jahre lang im Amt. Ein so gutes Wahlergebnis wie sein langjähriger Mitarbeiter, der allerdings weniger "volksnah“ als er selbst ist, hat Santrot allerdings nur zweimal annähernd erreicht.
Seit 1977 arbeitet Claeys unter anderem im Mitarbeiterstab von Santrot mit. Er möchte im Wesentlichen die Politik seines Vorgängers fortsetzen. Ein besonders strittiges Projekt ist dabei die Anbindung Poitiers durch einen Hochgeschwinigkeitszug (TGV) an den Norden und Süden Frankreichs.
Der neue Bürgermeister wurde 1948 in Poitiers geboren. Er hat dort sein Ökonomie-Studium abgeschlossen und dann an der Poiteviner Universität gearbeitet. Claeys ist verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkelkinder.
Die ersten Tage des neuen Bürgermeisters waren zwar hektisch, aber Claeys bleibt gelassen: "Ich werde so weitermachen wie bisher. Ich nehme mir die Zeit, die Dinge zu bedenken, denn wer voraus denkt, spart im nachhinein Zeit. Ich möchte die Dinge ruhig angehen!“
Ute Schneidewindt
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