06.11.2009 (fjh)
Das frühzeitige und beherzte Eingreifen eines Busfahrers bewahrte das Opfer einer Schlägerei höchstwahrscheinlich vor noch schlimmeren Folgen. Der Busfahrer holte den Geschlagenen nach vorn und ließ ihn aussteigen. Dabei verhinderte er gleichzeitig eine Verfolgung, indem er die anderen Türen verschlossen hielt.
Sechs Jugendliche hatten auf einen fast 17-jährigen jungen Mann eingeschlagen und ihm diverse Gesichtsverletzungen zugefügt. Die Polizei nahm die in Marburg wohnenden Tatverdächtigen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren vorläufig fest.
Gegen einen 16-jährigen Jugendlichen, der sich nach Verbüßung einer einjährigen Haftstrafe wegen diverser Gewaltdelikte erst seit gut zwei Wochen wieder in Freiheit befand, erließ ein Richter einen Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr. Gegen die Übrigen lagen keine ausreichenden Haftgründe vor.
Die Schlägerei in dem Stadtbus fand bereits am Samstag (31. Oktober) gegen 1 Uhr statt. In der Innenstadt stiegen vier Jungen ein. Sie gingen zielstrebig in Richtung Rückbank und deckten das dort allein sitzende Opfer ohne lange Vorrede mit Schlägen ein.
Eine Haltestelle weiter stiegen zwei weitere Jugendliche in den Bus. Auch sie beteiligten sich sogleich an der Schlägerei.
Die sechs Täter keilten ihr Opfer ein. Mindestens drei schlugen mehrfach zu.
Der Busfahrer bemerkte die Auseinandersetzung und die ausweglose Situation des Opfers. Er hielt sofort an, ging nach hinten und beendete damit die Auseinandersetzung.
Er nahm das Opfer mit, das erhebliche Gesichtsverletzungen erlitten hatte. Später ließ er den Jugendlichen allein aus dem Bus aussteigen.
Die Kriminalpolizei Marburg übernahm die Ermittlungen wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung. Die Festnahme der Tatverdächtigen erfolgte am Donnerstag (5. November).
Gegen fünf Verdächtige lagen keine ausreichenden Haftgründe vor. Sowohl das Opfer als auch die mutmaßlichen Täter sind der Polizei gut bekannt.
pm: Polizei Marburg
Text 3004 groß anzeigenwww.marburgnews.de