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Linke fordert Denkmal- und Fundstellen-Kataster

03.11.2009 (ms)
Mit zwei Anträgen an die Stadtverordnetenversammlung (StVV) setzt sich die Fraktion Marburger Linke (ML) für den Denkmalschutz ein. Zum Einen soll der Magistrat der Öffentlichkeit das aktuelle Register der Marburger Denkmale zugänglich machen. Zum Anderen fordert die Linke ein Register archäologischer Fundstellen im Stadtgebiet.
Nach einer Bearbeitungszeit von etwa 18 Jahren wurde das Manuskript der Denkmaltopographie zur Veröffentlichung bereits vor drei Jahren dem Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden zur Drucklegung und Veröffentlichung in digitaler Form zugestellt. Gemäß einstimmigen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 19. Dezember. 2008 haben der Vorsitzende des Denkmalbeirats am 10. Februar 2009 sowie der Baudezernent Dr. Franz Kahle am 31. Juli 2009 die Veröffentlichung angemahnt.
In ihren Antwortschreiben haben sowohl der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Prof. Dr. Gerd Weiß als auch der Hessische Ministerpräsident Roland Koch bedauernd mitgeteilt, dass zur Zeit für die Veröffentlichung der Denkmaltopographie aufgrund der angespannten Haushaltssituation keine Mittel zur Verfügung stehen, obwohl "die Hessische Landesregierung dem Denkmalschutz einen hohen Stellenwert zumisst". Eine verbindliche Zusage, wann die Veröffentlichung erfolgen kann, wurde jedoch nicht gegeben.
Aus aktuellem Anlass – dem Streit um einen Abriss des denkmalgeschützten Hauses Rosenstraße 9 - ist es nach Ansicht der Marburger Linken notwendig, dass die Marburger Bevölkerung auf die Möglichkeit hingewiesen wird, dass das Manuskript vorliegt und für jedermann einsehbar ist. Im Hessischen Denkmalschutzgesetz steht in seinem Paragraphen 4: "Die Denkmalbehörde soll in der Öffentlichkeit Verständnis für Denkmalschutz und Denkmalpflege wecken und fördern." Mit einer Beschlussfassung über dem Antrag der Marburger Linken solle dem Rechnung getragen werden.
Außerdem soll der Magistrat nach dem Willen der Linken ein aktuelles Fundstellen-Kataster der Universitätsstadt Marburg zur Sicherung archäologischer Funde vor Bodeneingriffen in Auftrag geben. Dieses Kataster soll dem Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde, den Mitgliedern des Denkmalbeirats und den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses zur Verfügung gestellt werden.
Die Stadt Marburg birgt noch immer eine große Anzahl von bislang unbekannten archäologischen Fundstellen, die nicht planmäßig im Zuge von Bodeneingriffen untersucht werden konnten. Bei der bisherigen Praxis im Zusammenhang mit Einzelbaumaßnahmen, die in den historischen Untergrund eingreifen, kam es immer wieder vor, dass eine unzureichende Unterrichtung über Baumaßnahmen erfolgte.
In der Vergangenheit ist die Bodenarchäologie überhaupt nicht oder durch "Zuruf" zu spät unterrichtet worden. Das geschah zum Beispiel bei der alten "Wehranlage" in Marburg-Mitte beim Neubau der Volksbank. Sowohl bei der Campus-Planung - aktuell auf dem Marburger Brauereigelände - als auch beim Bauvorhaben der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) in der Nordstadt, auf dem Fronhof-Gelände oder bei Baumaßnahmen auf den Lahnbergen ist mit archäologischen Funden zu rechnen. Eine Fundstellen-Kataster könnte in Zukunft eine zeitgerechte Sicherung der Funde vor dem Anrücken des Baggers besser garantieren. Alle Beteiligten könnten rechtzeitig und mit vollständigen Bauplänen unterrichtet werden.
pm: Fraktion Marburger Linke
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