30.09.2009 (fjh)
325 Personen hat das KreisJobCenter (KJC) im September 2009 in den ersten Arbeitsmarkt integriert. 220 davon haben ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis begonnen. 105 Personen nahmen eine geringfügige Beschäftigung an. So lautet die Bilanz des KJC für den Monat September.
Erfreulich findet der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern die Vermittlung von 54 jungen Menschen in ein Ausbildungsverhältnis. "Für den Herbst erwarten viele Arbeitsmarkt-Experten weiterhin, dass die Zahl der Personen, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind, steigen wird. Zur Zeit ist im
Landkreis Marburg-Biedenkopf aber ein rückläufiger Trend zu verzeichnen“, teilte der Erste Kreisbeigeordnete am Mittwoch (30. September) mit.
Bereits seit Juni ist die Zahl der Personen, die Hilfeleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) empfangen, rückläufig. Die Anzahl der erwerbsfähigen hilfeberechtigten Menschen betrug im September 2009 insgesamt 10.544 Personen.
Im Vergleich zum Vormonat haben 0,6 Prozent weniger der Hilfeleistungen bedurft. Verglichen mit dem Vorjahresmonat liegt der Wert aber immer noch um 5,8 Prozent über dem vom September 2008.
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die zur Deckung ihres Lebensunterhalts auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind, ist ebenfalls mit 7.668 Bedarfsgemeinschaften leicht rückläufig. Im Vormonat waren es noch 7.699. Das ist ein minus von 0,4 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat liegt der Wert aber immer noch um 5,0 Prozent über dem vom September 2008.
Diese Entwicklung spiegele zwar die Aussagen zu den leichten Konjunkturaufschwüngen wider, mache aber Prognosen für den Herbst und Winter sowie das Jahr 2010 umso schwieriger, meinte McGovern. "Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende sind bisher noch relativ gering. Und die wirtschaftliche Entwicklung zeigt schon wieder erste positive Anzeichen. Dennoch müssen wir gerade in den nächsten Monaten mit steigenden Zahlen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende rechnen", erwartet der Erste Kreisbeigeordnete.
Der Arbeitsmarkt und insbesondere die Grundsicherung reagieren erfahrungsgemäß verzögert auf den Konjunkturverlauf. McGovern freute sich aber über die positiven Signale: "Unsere heimische Wirtschaft im Landkreis ist gut gerüstet, um diese Wirtschaftskrise zu überwinden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres KreisJobCenters engagieren sich stark, um alle Möglichkeiten für die betreuten Hilfeberechtigten zu nutzen", betonte der Sozialdezernent.
Die Langzeit-Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vormonat mit damals 4.621 Erwerbslosen im September um 3,9 Prozent auf 4.443 Personen deutlich gesunken, wobei dieser Effekt durch die zahlreichen Integrationen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen beeinflusst wurde. Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten in den meisten Fällen als nicht arbeitslos.
Auf Basis aller zivilen Erwerbstätigen errechnet sich für den SGB-II-Bereich eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent. Die Arbeitslosenzahl im Regionalcenter Marburg lag bei 2.472 Personen. Im Vormonat waren es 2.585 gewesen.
Um den von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, die zur Zeit auf Arbeitslosengeld II (ALG II) angewiesen sind, bei ansteigender Konjunktur den Weg zurück auf den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, sind - wie bereits in den vergangenen Monaten - überdurchschnittlich viele Integrationen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen erfolgt. "Auch wenn der Markt zur Zeit nicht sehr aufnahmefähig für neue Beschäftigte ist, bleibt es notwendig, unsere Kunden individuell zu qualifizieren sowie persönliche Bewerbungsstrategien zu entwickeln", sagte die KJC-Leiterin Andrea Martin zu der Qualifizierungsoffensive.
Die Zahl der Aktivierungen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen – wie Qualifizierungen und sogenannte "Arbeitsgelegenheiten" – ist vom KJC seit Jahresbeginn kontinuierlich erhöht worden. Zum Zähltag am Montag (14. September) wurden insgesamt 2.404 erwerbsfähige Hilfeberechtigte in "Arbeitsgelegenheiten" oder Fortbildungsmaßnahmen qualifiziert. Das entspricht einer Aktivierungsquote von rund 54 Prozent aller Arbeitslosen.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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