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Letzte Chance


Projekt hilft ehemals Drogenabhängigen beim Berufseinstieg

18.09.2009 (fjh)
Das Qualifizierungsprojekt "Job-In" hilft ehemals Suchterkrankten dabei, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Der Verein "Arbeit und Bildung" hat das Projekt im Juli 2005 mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des KreisJobCenters (KJC) gestartet. Er strebt an, die Teilnehmer in einen normalen Arbeitsplatz zu bringen und dadurch auch sozial zu vernetzen.
"Die Erfolge sind für uns als Kostenträger so überzeugend, dass am 1. Oktober wieder eine neue Gruppe beginnen kann", erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. "Es ist für alle Beteiligte positiv, wenn es gelingt, Menschen in schwierigen Situationen wieder zu stabilisieren und in Beruf oder Ausbildung zu bringen."
Suchtmittelabhängige haben einen besonders schweren Stand in der Gesellschaft. Sie verlieren oft ihre Arbeit, gleiten langsam in einen trostlosen Alltag ab.
Alkohol und anderer Drogenkonsum übertüncht das zwar kurzzeitig, führt aber zu immer stärkerer Abhängigkeit. "Unsere konsequente und individuelle Betreuung zeigt, wie viel erreicht werden kann, um Randgruppen sozial und beruflich wieder in die Gemeinschaft einzugliedern“, umriss Projektleiterin Ute Holzgrewe die Situation.
Das zehnmonatige, facettenreiche Angebot in Marburg reicht von Sozialpädagogischer Betreuung, Stress-Management, Bewerbungs- und Konflikttraining über Praktika und Gabelstapler-Scheine bis hin zur Gesundheitsprävention. Einzelgespräche, Gruppenunterricht und Praxisarbeit in gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten sollen die Teilnehmer dazu befähigen, sich von der Vergangenheit dauerhaft zu lösen.
Claus Breucker aus Dinslaken war Teilnehmer der "ersten Stunde". Seine Erfahrungen formulierte er griffig: "Anfangs klafften Anspruch und Wirklichkeit schon ein wenig auseinander. Aber wir haben schnell erkannt, dass Projektleitung, Beratungsstellen, KJC und wir - die ehemaligen Abhängigen – an einem Strang ziehen: Raus aus den Depressionen, rein in die Gesellschaft! Job-In ist für mich der Fuß in der Tür der Wirklichkeit gewesen."
Nach dem Ende des ersten Kurses wurden fast alle Teilnehmer in Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildung vermittelt. Auch Breucker hat es geschafft: Er macht gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Gesundheitswesen.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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