13.09.2009 (fjh)
Das Abtauchen der Marburger CDU beim Bundestagswahlkampf hat der SPD-Ortsvorsitzende Steffen Rink am Sonntag (13. September) kritisiert. seit Samstag (5. September) werben die Parteien an Ständen in der Oberstadt um Zustimmung zur Wahl am Sonntag (27. September). Die CDU hingegen nimmt offenbar nicht teil.
Auf dem Marktplatz bot sich an den ersten beiden Samstagen im September ein seltsames Bild: Dort war die Ampel-Koalition bereits verwirklicht. Stände von SPD, FDP und Grünen standen einträchtig beieinander.
Die Sozialdemokraten hatten ihren Stand direkt an der Bushaltestelle aufgebaut. Die FDP stand daneben. Die Grünen bauten ihren Stand jeweils etwas später auf, blieben dafür aber etwas länger.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Spies wurde auf dem Marktplatz gesehen. FDP-Direktkandidat Jörg Behlen war an beiden Tagen dort. Bürgermeister Dr. Franz Kahle unterstützte prominent seine Partei.
Die Linkspartei befand sich etwas abseits unterhalb der Sparkasse am Heumarkt, doch ihr Kandidat Henning Köster gesellte sich stets zu den Wahlkämpfern auf dem Marktplatz und warb dort um Zustimmung für seine Politik. Allein die CDU, die bei anderen Wahlen auch immer dabei war, fehlte diesmal.
"Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Passanten fragen, wo denn der CDU-Stand sei", berichtete der Marburger SPD-Vorsitzende, dessen Ortsverein "Marburg-Mitte" für den Marktplatz zuständig ist und dort seit dem 5. September an den vier Samstagen bis zur Bundestagswahl Präsenz zeigt.
"Ich hätte auch nicht gedacht, dass die CDU offenbar so unverhohlen auf einen Anti-Wahlkampf setzt", fuhr Rink fort. "Das ist ein seltsames Verständnis von Demokratie. Wer es nicht für nötig hält, mit seinen Konzepten um Zustimmung zu werben und sich dem Wettbewerb um die besten Ideen stellt, der hat es nicht verdient, gewählt zu werden."
Mit dem Wahlkampf selbst ist Rink zufrieden. Man sei an vielen Stellen im Stadtgebiet vertreten. Auffällig sei, dass die Menschen gezielt nach dem Programm der Partei fragen.
Umso ärgerlicher findet Rink, dass sich die CDU dem Wahlkampf offenbar verweigere: "Die CDU hat offensichtlich etwas zu verbergen. Mehr Atom-Strom, Kappung von Arbeitnehmer-Rechten, Steuersenkungen für Reiche trotz Verschuldung durch Konjunkturprogramme - ich will, dass die CDU ihre Konzepte zur Abstimmung stellt und nicht" - so eine Anspielung auf Wahlplakate in Thüringen - "das Dekolleté der Kanzlerin".
pm: SPD-Ortsverein Marburg-Mitte
Text 2751 groß anzeigenwww.marburgnews.de