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Genussorte genießen


Tag des Offenen Denkmals am 13. September

04.09.2009 (fjh)
Stätten des Genusses stehen beim "Tag des Offenen Denkmals" am Sonntag (13. September) im Mittelpunkt. An verschiedenen Orten in Marburg können Interessierte Einblicke bekommen, wie und vor allem wo Menschen in früheren Jahrhunderten ihre Freizeit genossen haben.
Genießen ist Lebensfreude. Ohne Genuss wäre das Leben ärmer. Das wussten schon die alten Griechen. Zu allen Zeiten boten Gebäude den stilvollen Rahmen für bewusstes Genießen.
Damals wie heute dienen Gasthäuser, Hotels, Kuranlagen und Bäder, Sport- und Spielstätten, Parks und Gärten, Konzert-, Theater- und Kinosäle bis hin zu ganz privaten Räumen der Erholung und dem Vergnügen.
Der "Tag des Offenen Denkmals" widmet sich in diesem Jahr ganz dem Genießen. Eröffnet wird er am Sonntag (13. September) um 11 Uhr durch Oberbürgermeister Egon Vaupel im Schlosspark.
Verschiedene Gebäude werden an diesem Tag geöffnet sein. Ein breit gefächertes Angebot wurde von der Universitätsstadt Marburg dafür vorbereitet.
Die Eröffnung findet im Schlosspark statt. Westlich vor dem Landgrafenschloss erstreckte sich der spätmittelalterliche Lustgarten, in dessen östlichem Teil ein Turnierplatz eingerichtet wurde. Für die in der frühen Neuzeit wieder sehr beliebten Turniere baute man hier hölzerne Tribünen auf, bis 1626 mit dem neuen "Judizierhaus" für die Schiedsrichter erstmalig eine dauerhafte Architektur entstand. Heute ist das kleine, ursprünglich zum Turnierplatz hin offene Gebäude die letzte Erinnerung an die glänzenden Festveranstaltungen der Landgrafen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Lustgartens, erweitert um den Bereich der Festungsanlagen, wurde 1888 der Stadtpark angelegt und 1904/1905 ergänzt. Für die 1927 begründeten Marburger Festspiele ist im Jahr darauf im Park hinter dem ehemaligen "Judizierhaus" eine neue Bühnen-Anlage mit drei expressionistischen Spitzbögen errichtet worden.
Das musikalische Rahmenprogramm wird durch "Rose Nabinger & Kreisjazzwerkerschaft" gestaltet. Die Band spielt beliebte Jazz-Klassiker aus den 20er Jahren, eigene Arrangements und Songs von Rose Nabinger. Anschließend wird das Institut für Bauforschung und Dokumentation (IBD) um 12 und 13 Uhr Führungen im Schlosspark und im Judizierhäuschen anbieten.
Ebenfalls vorgestellt wird die mittelalterliche Großküchen-Anlage im Firmaneigebäude des Deutschen Ordens. In der Küche ist ein Rauchfang enormen Ausmaßes erhalten, unter dem man nach heutiger Vorstellung eigentlich nur Ochsen braten konnte. Das Deutsche Haus ist von 12 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.
Dr. Katharina Schaal vom Archiv der Philipps-Universität wird um 13 Uhr, um 14 Uhr und um 15 Uhr unter dem Titel "Die Küche des Deutschen Hauses und die Ernährung im 16. Jahrhundert" Führungen anbieten. Weiterhin ist eine Film-Präsentation über die historischen Gebäude der Deutschordens-Niederlassung um die Elisabethkirche und das historische Leben rund um das Deutsche Haus geplant.
Zusammen mit der Elisabethkirchen-Gemeinde bietet die Hessische Landesarchäologie am "Tag des Offenen Denkmals" ein umfangreiches Programm rund um und in der Elisabethkirche an. So wird es Führungen über die archäologische Ausgrabung, Dachstuhl-Führungen in der Kirche oder ein "Wandelkonzert" zu verschiedenen Stationen am Grab der Hl. Elisabeth, vor dem Hochaltar und zwischen den Gräbern im Landgrafenchor geben. Uwe Maibaum wird Orgelmusik aus Französischen Kathedralen spielen.
Vorgestellt wird am "Tag des Offenen Denkmals" auch ein ehemaliges Badehaus an der Marktgasse und der Aulgasse. Das Badehaus wurde als Hinterhaus zur Marktgasse 18/20 im Jahre 1896 errichtet. 1904 wurde das Bad für einen Geschäftsumbau aufgegeben. Die ursprüngliche Gebäudenutzung ist heute noch nachvollziehbar. An diesem Tag ist die Besichtigung einer historischen Badestätte möglich.
Das 1927 erbaute Ernst-von-Hülsen-Haus ist ein weiteres Objekt in der Liste der Offenen Denkmäler. Dieser bedeutende Bildungsbau wurde als geschlossene Vier-Flügel-Anlage um einen offenen rechteckigen Innenhof errichtet. Im Nordtrakt befindet sich der Eingang zum Musiksaal.
Der reichhaltig dekorierte Saal steht konträr zur betonten Sachlichkeit des Gebäudes. Der Musiksaal wurde 2002 saniert. Die Ausstattung ist noch heute im Original erhalten.
Die Geschichte des Saals wird um 17.15 Uhr durch einen Vortrag von Thomas Jahn von der Abteilung Dokumentation im Bildarchiv Foto Marburg erläutert. Um 18 Uhr findet eine etwa einstündige Konzertveranstaltung im Musiksaal mit Nina Neuendorff am Klavier und Stephan Gröger (Geige) statt.
Letzter Punkt in der Liste ist der Kaiser-Wilhelm-Turm am Hermann-Bauer-Weg. Als höchster bebauter Punkt Marburgs steht der Kaiser-Wilhelm-Turm unweit der Gaststätte "Spiegelslust" weithin sichtbar auf den Lahnbergen. Allein der Weitblick auf die Stadt und das angrenzende Umland sind ein Genuss. Seine wechselvolle und spannende Geschichte sowie die jetzige Nutzung durch den Verein MObiLO werden durch Führungen in und um den Turm erlebbar.
pm: Stadt Marburg
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