03.09.2009 (fjh)
Die Lebenshilfe fordert Barrierefreiheit für deutsche Städte und Gemeinden. Dazu zählt auch eine für Menschen mit geistiger Behinderung verständliche Sprache. Das hat die
Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung (BVLH) im Vorfeld der Bundestagswahl öffentlich bekundet.
Städte und Gemeinden sollten künftig eine leicht verständliche Sprache verwenden, forderte der Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Robert Antretter.
Das würde uns allen nutzen. Wer fühlt sich nicht bei schwer verständlichen Formularen und Behördenschreiben überfordert?“
Die Lebenshilfe schlägt in diesem Zusammenhang einen nationalen Teilhabe-Rat zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und einen umfassenden Aktionsplan vor. Unterschiedliche Gruppen behinderter Menschen sollten künftig unmittelbar von der Politik und den Ministerien angehört werden.
Die Vereinten Nationen (UN) haben es vorgemacht. Als der Konventionstext erarbeitet wurde, sind die großen Gruppen behinderter Menschen immer gleichberechtigt zu Wort gekommen: körperbehinderte Menschen, Menschen mit geistiger Behinderung, Menschen mit psychosozialen Problemen, blinde und Sehbehinderte, gehörlose und hörbehinderte sowie taubblinde Menschen. Nur so könnte laut Antretter die gleichberechtigte Teilhabe aller behinderten Menschen in Deutschland am gesellschaftlichen Leben gelingen.
Der Lebenshilfe-Bundesvorsitzende begrüßt ausdrücklich, dass viele Parteien ihr Wahlprogramm in einfache Sprache übersetzt haben. Über
www.lebenshilfe.de können Interessierte die Wahlprogramme aufrufen.
Ein weiteres Beispiel ist am Freitag (4. September) um 11.30 Uhr im Fernsehprogramm "3sat" zu sehen. Reporter der "arbeitsgemeinschaft behinderung und medien" (abm) haben den Spitzenpolitikern Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Gregor Gysi, Renate Künast und Guido Westerwelle die entscheidende Frage gestellt: "Warum sollen wir Sie wählen?" Die ungekürzten Interviews und Hintergrundinformationen sind im Internet unter
www.abm-medien.de zu finden.
pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe
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