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Plötzlich witzig


Peter Shub bewegte die Waggonhalle zum Lachen

02.09.2009 (fjh)
"This is a Comedy Show", sagte Peter Shub beinahe entschuldigend. Mit seinem Programm "Für Garderobe wird keine Haftung übernommen" begeisterte der Pantomime am Dienstag (1. September) die Waggonhalle.
Bis auf den letzten Platz besetzt war der Theatersaal, als der US-Amerikaner die Bühne betrat. Im langen Trenchcoat ging er langsam auf das Publikum zu. Dabei zog er einen Kleiderständer auf Rollen hinter sich her.
Nachdem er das Publikum mit Gesten und mehrfach wechselndem Gesichtsausdruck begrüßt hatte, hängte er seinen Mantel an den Kleiderständer. Ausgezogen hatte er ihn jedoch nicht. So hing er selbst nun mit am Kleiderhaken und zog den Ständer mit jeder Bewegung hinter sich her.
Später stellte Shub sich dem Publikum vor. Dafür montierte er ein Mikrofon an ein Stativ. Auch diese Aktion rief mehrfach Gelächter hervor, musste der Pantomime doch auch hier wieder mit den Widrigkeiten der Technik kämpfen.
Als es ihm endlich gelungen war, das Mikro auch auf die richtige Höhe einzustellen, dankte er seinen Eltern. Sie hätten seinen Auftritt hier überhaupt erst möglich gemacht. Dann dankte er seiner Frau und seinen fünf Kindern, die seinen Auftritt auch nötig gemacht hätten.
Über den gesamten Abend verteilt, richtete Shub mehrfach das Wort an die Zuschauer. Dann sprach er mal amerikanisches Englisch und mal auch amerikanisches Deutsch. Meist aber sprach er in Gesten, Gesichtsausdrücken und Aktionen.
Wie ein roter Faden zog sich vor der Pause das Fotografieren durch sein Programm. Was immer er für einen Gegenstand auch in der Hand hielt, drückte er darauf und richtete ihn dabei auf das Publikum. Dann ertönte von irgendwoher das Klicken einer Kamera.
Ob Korkenzieher, Pistole oder ein Basilikum-Strauch in einem kleinen Topf, für Shub war alles immer ein Fotoapparat. Dann aber begann er, das Basilikum zu schneiden. Wie ein Friseur hielt er hinterher einen Spiegel hinter den stark verkleinerten Strauch. Im Gegensatz zu einem Friseur erntete Shub für seine Aktion aber lautes Gelächter und noch lauteren Beifall aus den Zuschauerreihen.
Nach der Pause zeigte er einen kurzen Film, der ihn selbst wiederum bei weiteren Aktionen zeigte. Die Einspielung dauerte aber keine zehn Minuten, dann war der Pantomime selbst wieder voll präsent auf der Bühne.
"Plötzlich" sei sein Lieblingswort in der deutschen Sprache, erklärte Shub. Das englische "Suddenly" sei viel langweiliger und lange nicht so aufregend wie "Plötzlich". Das deutsche Wort wirke wesentlich explosiver, mente er und sprach es immer wieder mit entsprechender Betonung aus. Sein "Plötzlich" platzte regelrecht aus seinem Mund heraus.
Nach gut zwei Stunden unterhaltsamen und witzigen Programms verabschiedete sich Shub vom Publikum. Mehrere Zugaben musste der Pantomime noch nachlegen, bis die Besucher endlich zufrieden waren.
Das Ende seines Auftritts war dann aber der wirkliche Höhepunkt des Abends. An Witz und Originalität überbot das Finale alles, was Shub vorher auf die Bühne gebracht hatte. Angesichts seines Könnens, seines Witzes und seiner Originalität will das wirklich was heißen!
Verraten wird die Schluss-Pointe dennoch nicht, damit Shub sie auch anderswo oder nächstes Jahr beim 11. Marburger Variete-Sommer wiederholen kann. Ohne Zweifel beendete sie einen gelungenen und erfrischenden Abend voller Lachen, Witz und Kreativität.
Franz-Josef Hanke
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