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Vor einem Monat


KJC vermeldet bessere Zahlen als erwartet

01.09.2009 (ms)
Die aktuellen Monatszahlen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende sind niedriger ausgefallen, als zu erwarten war. Das gab der Landkreis Marburg-Biedenkopf am Dienstag (1. September) bekannt.
Positive Auftragseingänge und optimistische Trendmeldungen aus der Wirtschaft nähren die Hoffnung, dass die Talsohle der Wirtschaftskrise durchschritten sein könnte. Allerdings hat sich die Zahl der Arbeitslosengeld-I-Empfänger und der Bezieher von Kurzarbeitergeld (KuG) seit Beginn der Wirtschaftskrise enorm erhöht.
Vor diesem Hintergrund ist zeitversetzt ein deutlicher Anstieg der Langzeit-Arbeitslosigkeit zu befürchten, der bislang noch ausgeblieben ist. Für eine Entwarnung ist es deswegen noch zu früh. Zum Jahresende wird es voraussichtlich auch wieder zu Steigerungsraten kommen.
"Mit der obligatorischen Zeitverschiebung wird spätestens Ende 2009 die Krise auch bei uns als Optionskommune angekommen sein“, befürchtet der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. "Die genauen Zahlen lassen sich zwar noch nicht genau hochrechnen. Wir rechnen aber spätestens Ende 2009 mit einem Anstieg bei der Zahl der Langzeit-Arbeitslosen im Landkreis.“
Bei 339 Beziehern von Hilfeleistungen waren die Bemühungen des KreisJobCenters (KJC), sie in den Ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, im August 2009 erfolgreich. Für 249 wurde sogar eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreicht. Hinzu kommen 90 sozialversicherungsfreie Beschäftigungen.
Zusätzlich meldete das KJC 33 Übergänge in Ausbildungsverhältnisse. In zwölf Fällen wurde mit Hilfe des KJC der Schritt in die Selbständigkeit vollzogen.
"Wenn wir diese Werte mit dem Vorjahresmonat vergleichen, in dem wir insgesamt 404 Integrationen in Arbeit in diesem Zeitraum hatten, werden die Auswirkungen der derzeitigen wirtschaftlichen Situation schon deutlich"; erklärte McGovern. "Wir würden uns sehr freuen, wenn die Talsohle bald tatsächlich durchschritten wäre und wieder mehr Menschen eine Perspektive haben, in der Zukunft ohne Hilfeleistungen auszukommen."
Im August ging die Zahl der Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) im Vergleich zum Vormonat mit 4.728 deutlich zurück. Derzeit sind im Bereich des KJC 4.621 Menschen als arbeitslos registriert. Der Rückgang um rund 2,3 Prozent oder 107 Menschen fällt höher aus als in den Vormonaten.
Im August 2008 waren 4.518 Bezieher von ALG II registriert. Das waren etwa. 2,3 Prozent weniger als im aktuellen Monat.
Die Quote der arbeitslosen Menschen an den zivilen Erwerbspersonen im Kreisgebiet liegt bei 3,7 Prozent. Im Vormonat waren es 3,8 und im Vorjahresmonat 3,6.
Die Arbeitslosenzahl betrug im Regionalcenter Marburg 2.585. Im Juli hatten hier noch 2.596 Personen ALG II bezogen.
Der weitaus aussagekräftigere Wert findet sich in der Anzahl der erwerbsfähigen hilfeberechtigten Menschen. Dieser Wert beträgt im Kreisgebiet 10.611 Personen. Im Vergleich zum Vormonat haben 1,4 Prozent oder 151 Personen weniger der Hilfeleistungen bedurft. Im August 2008 waren 10.195 Personen hilfeberechtigt. Das waren 4,1 Prozent weniger als im aktuellen Monat.
Ebenso erfreulich ist die Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften im ALG-II-Bezug. Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sich ihre Zahl um 1,2 Prozent auf 7.699 Bedarfsgemeinschaften. Im August 2008 waren es noch 7.541 gewesen und damit 3,3 Prozent weniger
Zum Zähltag im August hat sich die Anzahl der Menschen in aktivierenden und qualifizierenden Maßnahmen weiter erhöht. "Wir haben 2.293 Menschen gezählt, die sich in qualifizierender und tagesstrukturierender Beschäftigung befinden oder sonstige Vermittlungshilfen erhalten"; berichtete KJC-Leiterin Andrea Martin. "Dies ist der höchste Wert seit Bestehen des KJC."
Um die Menschen weiter zu aktivieren, sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen oder fit zu halten, hat das KJC erneut eine Reihe von Maßnahmen ausgeschrieben. Dazu gehören neben Maßnahmen zur Eignungs-Feststellung und Beschäftigungserprobung auch Vermittlungsmaßnahmen. Auch für spezielle Zielgruppen, wie Jugendliche mit Migrations-Hintergrund und Frauen in Teilzeit mit begleitender Kinderbetreuung finden sich Angebote. Daneben wurden mit Trägern Gespräche über den Bedarf im Bildungs- und Qualifizierungsbereich geführt, so dass auch hier eine Erweiterung der Angebotspalette zu erwarten ist.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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