25.08.2009 (ms)
Seit 30 Jahren ist Dr. Bernhard Conrads für die
Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) tätig. Seit 20 Jahren ist er Bundesgeschäftsführer der Behindertenorganisation. Am Freitag (18. September) wird er mit einem Festakt im Historischen Saal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet.
BVLH-Bundesvorsitzender Robert Antretter wird an diesem Tag auch seine Nachfolger vorstellen. Ulrich Bauch war bisher Geschäftsführer der Marburger Bundeszentrale. Klaus Lachwitz war bisher stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Die beiden werden künftig eine Doppelspitze bilden.
Bereits am Samstag (12. September) wird Conrads 65 Jahre alt. So treffen Dienstjubiläum, Geburtstag und Abschied als Bundesgeschäftsführer eng zusammen.
Der Lebenshilfe wird Conrads auch weiterhin verbunden bleiben. Nach Lebenshilfe-Gründer Dr. Tom Mutters ist Conrads überhaupt erst der zweite Bundesgeschäftsführer in der 51-jährigen Geschichte der Lebenshilfe.
Viel hat sich in dieser Zeit verändert. Vorurteile gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung abzubauen, war eines der wichtigsten Ziele, als Conrads 1979 als Leiter des Bereichs "Öffentlichkeitsarbeit" zur Lebenshilfe kam.
Mit dem Amt des Bundesgeschäftsführers, das ihm zehn Jahre später übertragen wurde, stellte sich gleich eine der größten Herausforderungen seiner Tätigkeit. Nach dem Fall der Berliner Mauer sollten die Familien geistig behinderter Kinder aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in der Lebenshilfe eine neue Heimat finden. Der Aufbau der Lebenshilfe in den "neuen Bundesländern war ein echter Kraftakt.
"Für die Eltern in der DDR hatte es keine Organisationen gegeben. Sie waren unerwünscht", berichtete Conrads rückblickend. In kürzester Zeit entstanden 130 neue Ortsvereinigungen und fünf neue Landesverbände der Lebenshilfe.
Die jüngsten großen Ereignisse waren die Umstrukturierung der Lebenshilfe und ihr Teilumzug in eine zweite Bundesgeschäftsstelle nach Berlin mitten im Regierungsviertel. Das fügt sich auch in den konzeptionellen Ansatz der Arbeit von Conrads ein: "Menschen mit geistiger Behinderung sind nicht mehr Objekt noch so wohlgemeinter Fürsorge, sondern unsere Auftraggeber."
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe vertritt heute die Interessen von 135.000 Mitgliedern. Das sind Angehörige geistig behinderter Menschen, Fachleute, Freunde und Förderer sowie zunehmend Menschen mit geistiger Behinderung selbst. Sie sind in 16 Landesverbänden und 527 örtlichen Vereinigungen organisiert. In 3.200 Einrichtungen und Diensten der Lebenshilfe fördern und begleiten 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 170.000 behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Nach dem Abschied als "Hauptamtlicher" wird sich Conrads auch weiterhin für Menschen mit geistiger Behinderung engagieren. Zuvorderst will er das als Mitorganisator des Weltkongresses von Inclusion International 2010 in Berlin, als Vizepräsident von Special Olympics Deutschland und als Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Behindertenhilfe "Aktion Mensch" (AM).
Als neue Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe rücken Klaus Lachwitz und Ulrich Bauch nach. Lachwitz war bisher stellvertretender Bundesgeschäftsführer und Justitiar der Lebenshilfe. Der 63-jährige Jurist setzt sich bereits seit 28 Jahren für die Rechte geistig behinderter Menschen und deren Familien ein.
Bauch ist seit 2006 Geschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Zuvor war der 44-jährige von 2002 bis 2006 beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge tätig.
pm: Bundesvereinigung Lebenshilfe
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