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Ficken dank Flatrate


BI kritisiert frauenverachtende Praktiken

08.07.2009 (fjh)
Gegen sogenannten "Flatrate-Sex" wendet sich die Marburger Bürgerinitiative BI gegen Bordell. BI-Sprecherin Inge Hauschildt-Schön kritisierte am Mittwoch (8. Juli) den Einzug derartiger Praktiken auch im mittelhessischen Raum.
Sie zitierte aus der Werbung für einen "Bussi-Club" im Großraum Stuttgart: "Sex mit allen Frauen, so lange du willst, so oft du willst und wie du willst! Sex mit allen Extras! Analsex, Oralsex Natur, 3-er, Gruppensex, Gangbang... - Alles ist möglich!"
Bei dieser "Sex-Flatrate" sei "Alles inklusive". Seit Kurzem sei Werbung für Flatrate-Sex auch im Raum Marburg und Gießen zu beobachten. Die Marburger Bürgerinitiative "bi gegen bordell" protestiert gegen diese erneute Steigerung der Menschenverachtung in der Werbung für heutige Prostitution.
Schon im Jahr 2004 stellte das schwedische Ministerium für Wirtschaft zu den Folgen der Prostitution fest: “In Film, Werbung, Mode und Musik wie auch in der Literatur und in den Medien werden Frauen und Mädchen sexualisiert und zu Objekten gemacht. Gleichzeitig vermittelt man ein falsches Bild von der Prostitution, indem die extreme Gewalt, die die Käufer, Zuhälter und Menschenhändler regelmäßig gegen Frauen und Mädchen anwenden, trivialisiert wird. Frauen, die zur Prostitution gezwungen sind, sind Bedrohungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen, Übergriffen und Folter ausgesetzt, aber auch unerwünschten Schwangerschaften, Unfruchtbarkeit, Schäden an Skelett, Unterleib und Anus, Demütigungen und Erniedrigungen."
Dass die Übergriffe gegen Bezahlung erfolgen, mildere in keiner Weise die extremen physischen und psychischen Schäden, die Körper und Seele davontragen. Mit der Einführung des Flatrate-Sex könne die "Ware Frau" von Freiern noch bedenkenloser, noch schamloser und noch grenzenloser konsumiert werden.
"Alle diejenigen, die lässig und unbedacht wegschauen, sind mit verantwortlich für diese Verstöße gegen die Menschlichkeit", erklärte Hauschildt-Schön. "Offensichtlich haben auch manche Medien keine Schwierigkeiten, die nun völlig entgrenzte physische und psychische Ausbeutung von Frauen durch das Schalten der dementsprechenden Werbung mit zu befördern."
Mit vielen anderen fordere die BI als politische Maßnahme eineNovellierung des unzureichend formulierten Prostitutionsgesetzes aus dem Jahr 2002. Den in der heutigen Prostitution zu beobachtenden vielfältigen Verstößen gegen Artikel 1 des Grundgesetzes könne dieses Gesetz in keiner Weise begegnen.
pm: Marburger BI gegen Bordell
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