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Frühzeitige Intervention


Linke fordert Unterstützung der streikenden Erzieher

25.06.2009 (ms)
In einem Dringlichkeitsantrag setzt sich die Marburger Linke (ML) im Stadtparlament für die streikenden Erzieherinnen und Erzieher ein. Der Magistrat der Stadt Marburg solle auf die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) einwirken, dass die Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in den laufenden Tarifvertragsverhandlungen für Erzieherinnen und Erzieher kommunaler Kindertagesstätten zeitnah zu einem befriedigenden Ergebnis für die Beschäftigten führen.
De Grundstein für die Entwicklungschancen von Kindern werde bereits im Vorschulalter gelegt. Die frühkindliche Förderung sei ein Schlüssel zur Verbesserung der Entwicklungschancen aller Kinder. Jedes Kind habe ein Anrecht auf diese Förderung.
Die schlechten Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten seien eine Ursache für die mangelnde Umsetzung dieses Rechts. Die Vision, dass jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat, könne nur erreicht werden, wenn die Erzieherinnen und Erzieher für ihre schwierige Tätigkeit annehmbare Arbeitsbedingungen vorfinden.
Der Verlauf der Tarifverhandlungen zeige, dass die Vertreter der VKA keinerlei Anzeichen erkennen ließen, eine höhere Anerkennung und Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe zuzulassen. Die Linke fordert das Stadtparlament deswegen auf die Position der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften in dieser Tarifauseinandersetzung zu stärken.
Wenn bereits Bundespolitiker wie Ursula von der Leyen und Franz Müntefering das Anliegen der Beschäftigten unterstützen, sollte die Stadtverordnetenversammlung ihnen dies gleich tun. Im Interesse der Beschäftigten und der betroffenen Kinder und Eltern sie eine rasche Einigung nötig.
Zahlreiche Expertisen und Studien belegen, dass die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher in der Bundesrepublik im internationalen Vergleich sehr schlecht sind. Laut Aussage der Gewerkschaften zeigen die Arbeitgeber aber keinerlei Bereitschaft, auf die Forderungen der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften einzugehen.
Ver.di will unter anderem einen individuellen Anspruch der Beschäftigten auf eine Gefährdungsanalyse des Arbeitsplatzes durchsetzen. Auf der einen Seite soll die frühkindliche Bildung und Betreuung in Deutschland ausgebaut werden. Auf der anderen Seite wird hier nach Ansicht der Linken aber an der falschen Stelle gespart. Ohne angemessene Bezahlung der Erzieher in Kindertagesstätten seien pädagogische Höchstleistungen auf Dauer nicht zu haben.
Die Anforderungen an die Beschäftigten steigen kontinuierlich an. Bildungspläne, sozialräumliche Orientierungen, sorgfältige Beobachtung der Kinder und regelmäßige Rückkopplung mit Eltern sind Anforderungen, die an moderne frühkindliche Einrichtungen gestellt werden. Die Wertschätzung und Bezahlung der Erzieher hält nach Ansicht mit dieser Entwicklung in keiner Weise Schritt.
pm: Marburger Linke
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