08.06.2009 (fjh)
"Natürlich kann man nicht zufrieden sein, wenn die SPD in Marburg nur 23,5 Prozent der Stimmen bekommt", erklärte der Marburger SPD-Vorsitzende Steffen Rink am Montag (8. Juni). "Man muss aber feststellen, dass die Marburger SPD im Vergleich zur Europa-Wahl 2004 zugelegt hat."
Auch in der absoluten Zahl der abgegebenen Stimmen habe seine Partei im Marburger Stadtgebiet zugenommen. Das sei gegen den Trend im Bund, wo die Sozialdemokraten im Vergleich nochmals leicht abgerutscht sind.
Mit diesen Feststellungen kommentierte der Vorsitzende der Marburger SPD die Ergebnisse der Europa-Wahl am Sonntag (7. Juni). Als
stärkste Kraft sind Die Grünen aus dem Urnengang mit einer relativen Mehrheit von 27,5 Prozent im Marburger Stadtgebiet hervorgegangen. Auf sie folgt als zweitstärkste Liste die CDU mit 25,9 Prozent. Die FDP ist mit 9,3 Prozent schwächer als im bundesdeutschen Durchschnitt. Die Linke liegt in Marburg mit 7,2 Prozent etwa im bundesweiten Trend.
"Die kleinen Parteien können ihre Wählerpotenziale weitaus besser ausschöpfen", konstatierte Rink. "Die CDU verliert auch in Marburg gut vier Prozent. Die SPD bleibt auf niedrigem Niveau."
Die Wahlbeteiligung lag in Marburg bei 43,3% und damit leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 42 Prozent. Die Menschen seien entweder zuhause geblieben oder hätten "die Opposition" gewählt, resümierte Rink.
Dieses Wahl-Verhalten werde zwar der Bedeutung des Europäischen Parlaments nicht gerecht, sei aber das Fazit aus den Wahlergebnissen. "Die Wahlmüdigkeit und das sinkende Reservoir von Stammwählerinnen und Stammwählern trifft beide großen Volksparteien, aber insbesondere die SPD, wie die Ergebnisse insbesondere in der Kernstadt zeigen", fuhr Rink fort. "Dass eine hohe Wahlbeteiligung - wie sie in der Kernstadt zu verzeichnen ist – so deutlich den Grünen und der Linkspartei zugute kommt, ist eine lokale Überzeichnung allgemeiner Trends."
Blicke man hingegen auf den Richtsberg oder in den Wahlbezirk St.-Martin-Haus im Waldtal, so zeigesich hier - bei niedriger Wahlbeteiligung - eine Dominanz der SPD.
Die Entwicklung in den Außenstadtteilen hingegen bewertete der SPD-Unterbezirksvorsitzende als "erfreulich". Hier konnte die SPD bis auf wenige Ausnahmen durchweg zulegen.
Wegen der insgesamt niedrigen Wahlbeteiligung und den Besonderheiten der Europa-Wahlen sei das Ergebnis aber kein Fingerzeig auf die kommende Bundestagswahl. Die SPD hat in Nordhessen insgesamt in allen Landkreisen ihr Ergebnis verteidigt oder sogar leicht ausgebaut. Deshalb will sich die SPD vom Ausgang der Europa-Wahl nicht entmutigen lassen.
pm: SPD Marburg
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