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Sympathische Krimi-Autorin


Donna Leon las in der Lutherischen Pfarrkirche

24.05.2009 (ute)
Für alle 500 Zuhörer gut sichtbar saß Donna Leon am Samstag(23. Mai) auf einem Podest in der Lutherischen Pfarrkirche. Zusammen mit der Schauspielerin Annett Renneberg trug die sympathische Bestseller-Autorin Passagen aus ihrem neuen Buch "Das Mädchen seiner Träume-Commissario Brunettis 17. Fall" vor.
Während Leon auf Englisch las, trug ihre junge Begleiterin die Textauszüge auf Deutsch vor. Anlässlich des Grimm-Jahrs hatten das Kulturamt der Universitätsstadt Marburg in Zusammenarbeit mit der Agentur "Mediakontakt Laumer" und dem Diogenes- Verlag die weltbekannte Schriftstellerin nach Marburg eingeladen.
Zu Beginn erklang zunächst Orgelmusik von Georg Friedrich Haendl. Dann hörte das Publikum gebannt zu, als Leon und Renneberg vorlasen, wie Commissario Brunetti - noch eben mit der Beerdigung seiner Mutter beschäftigt - die Leiche eines elfjährigen Roma-Mädchens in einem venizianischen Kanal findet. Der Mord an dem Mädchen verfolgt den Familienvater bis in seine Träume.
"This is not a happy book!" Das sei kein Buch, das glücklich macht, kommentierte die gebürtige Amerikanerin nur halb ernst ihr eigenes Werk.
Das Buch hat sie vor eineinhalb Jahren geschrieben. In Marburg fand nun die erste öffentliche Vorstellung ihres neuen Kriminalromans in Deutschland statt. Obwohl Leon, die nach eigener Aussage schon von ihren Genen her eine fröhliche Person ist, das Publikum mit dem Grauen packte, hatte sie doch nur teilweise Recht. Ihre Bücher zeichnen sich gerade durch eine feinsinnige Kriminalistik aus, die wohl von Gewaltverbrechen, aber nicht von roher Gewalt berichtet. Ihr Protagonist Commissario Brunetti ist ein nachdenklicher Mensch, der in seinem 17. Fall in kunstvoll gestrickten Bildern einen Kindsmord aufklären muss.
Nicht nur die große Anzahl an Zuhörern, die in Marburg schon 40 Minuten vor der Lesung in einer langen Schlange vor der Pfarrkirche standen, sondern auch die Übersetzung ihrer Bücher in 32 Sprachen sprechen dabei für sich. Viele ihrer Bücher wurden zudem verfilmt.
Nach dem etwa einstündigen Vortrag stellte Renneberg Leon stellvertretend für die Zuhörer noch Fragen. Dabei erfuhren die Marburger, dass Leon barocke Opern liebt und ihren Arbeitsrhythmus den Opern-Spielplänen in der gesamten Welt anpasst. Außerdem begründete die 67-jährige Schriftstellerin, warum es ihre Bücher nicht in italienischer Sprache gibt.“Ich habe einige Leute erlebt, die Erfolg hatten. Das war nicht zu ihrem Vorteil“, sagte sie knapp.
In ihrer Wahlheimat Italien bleibt die Bestseller-Autorin unbekannt. So werden auch keine Zeitungsartikel über sie veröffentlicht, die ihre Freunde lesen und ihr dann vorhalten.
Zuhörer und Vortragende wirkten am Ende des Abends zufrieden,auch wenn sich noch eine lange Schlange vor dem Podest bildete. Denn alle wollten den neuen Kriminalroman von der Autorin selbst signiert bekommen.
Ute Schneidewindt
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