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Treffen verlief konstruktiv


DGB und SPD fordern Runden Tisch für lokalen Arbeitsmarkt

21.05.2009 (fjh)
Mit Sorge sehen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Marburger Sozialdemokraten, dass die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auch im heimischen Raum immer deutlicher sichtbar werden. Die angekündigten Entlassungen bei der Firma Winter in Stadtallendorf und bei anderen Unternehmen seien deutliche Alarmsignale, erklärten Vertreter des DGB und der SPD nach einem Treffen am Mittwoch (20. Mai) in Marburg.
Arbeitslosigkeit belaste die Betroffenen und ihre Familien. Jeder Tag der Arbeitslosigkeit mache einen Wiedereinstieg in Beschäftigung schwieriger.
Umso wichtiger sei es, dass auch die heimischen Unternehmen alles daran setzen, die Entlassung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vermeiden. Die Gewerkschaften und die SPD sind sich einig, dass die Instrumente, die die Bundesregierung über die Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Verfügung gestellt hat, auch vor Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf noch stärker genutzt werden können.
Im Rahmen ihres zweiten Konjunkturprogramms hat die Bundesregierung 50 Millionen Euro für Qualifizierung in der Kurzarbeit bereitgestellt. So sollen 50 Prozent des bislang von dem Arbeitgebern zu zahlenden Sozialversicherungsbeitrags von der BA getragen werden.
Bei Qualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der Kurzarbeit können auch die übrigen 50 Prozent und damit insgesamt sogar 100 Prozent der Arbeitgeber-Kosten der Sozialversicherungsbeiträge von der Agentur übernommen werden. Bisher nahmen leider erst 25 Teilnehmer im Einzugsbereich der Arbeitsagentur Marburg an diesem Programm teil.
Hier bestehe die Chance für Bildungsträger, mit ihren Qualifizierungsmaßnahmen an die lokalen Unternehmen und Betriebe heranzutreten, in denen Kurzarbeit angemeldet wurde oder stattfindet. Gleichzeitig muss nach Auffassung des DGB und der Marburger SPD auch in den Betrieben der Qualifizierungsbedarf der Beschäftigten ermittelt werden.
So bestehe eine reale Möglichkeit, Entlassungen in der Region zu verhindern. Es wäre gegenüber den Beschäftigten verantwortungslos, wenn Unternehmen aus Unkenntnis oder fehlendem Interesse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schicken, anstatt bereits in der Krise in die Zukunft zu investieren.
Die SPD unterstützt den Vorschlag der Gewerkschaften, auf Kreis-Ebene einen "Runden Tisch" einzurichten, dessen Aufgabe sein sollte, die Entwicklungen auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu beobachten und zu analysieren sowie Hilfestellung bei konkreten Problemen vor Ort und bei einzelnen Betrieben zu leisten. An diesem "Runden Tisch" sollten Vertreter der Gewerkschaften, der Unternehmerverbände, der Politik, der Kommunen, der Kammern, der Kirchen, der Sozialverbände und der Bundesagentur für Arbeit beteiligt sein, um gezielt Informationen zusammenzutragen und Gegenstrategien entwickeln und umsetzen zu können.
pm: SPD-Unterbezirk Marburg
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