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Deutlicher Anschiss


Was hat Geis gegen Homosexuelle?

30.04.2009 (rar)
Norbert Geis beleidigt die Jugend. Er schreibt, nur diejenigen Jugendlichen seien intelligent, die homosexuelle als "krank" und pervers betrachten. Sind alle, die anders denken, doof?
Der CSU-Politiker hat ein Buch zu diesem Thema herausgebracht. Darin vertritt er seine Thesen gemeinsam mit anderen, die beim "6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge" in Marburg referieren.
Gegen diese Veranstaltung erhebt sich zu Recht Protest. Von gleich mehreren Referenten dort wird Homosexualität als "Krankheit" betrachtet.
Was aber ist eigentlich "krank" und was "gesund"? Ist es nicht grade heute wichtig, offen miteinander umzugehen?
Der Mensch scheint immer noch nichts gelernt zu haben aus den Kriegen, die bisher geführt worden sind. Hat die Menschheit nicht gesehen, wo die Diskriminierung von Menschen hinführen kann? Muss so etwas noch einmal geschehen?
Man kann Liebe doch nicht als Krankheit ansehen! Man kann Liebe nicht heilen, höchstens unterdrücken. Das ist aber keine Lösung, sondern ein Verstoß gegen die Menschenwürde.
Geis sagt außerdem, dass die Gesellschaft, solange sie "gesund" denke, die Beziehung zwischen Homosexuellen nie mit der zwischen Mann und Frau gleichstellen werde. Die Menschen, die Beziehungen mit gleichgeschlechtlichen Partnern führen, sind genauso menschlich wie alle anderen. Ihr Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung ist dasselbe.
Weiter sagt Geis, es müsse Wiederspruch gegen diese Lebensform erhoben werden, weil Sie Schwachsinn sei und nicht zur Mode werden dürfe. Was haben ihm diese Menschen getan?
Sie stehlen ihm nichts. Sie greifen ihn nicht an. Sie gefährden ihn nicht. Sie wollen nur in Frieden leben. Warum lässt er das nicht zu?
Ist das bloß, weil das Bild zweier Männer oder Frauen nebeneinander nicht in seinen engstirnigen Kopf passt? Wenn das der Grund ist, kann man daraus schließen, dass nicht die homosexuellen das Problem sind, sondern dieses engstirnige Denken. Es bedeutet, dass der Mensch nicht in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln und etwas anderes auch als normal anzusehen.
Es ist klar, dass der Mensch Zeit braucht, sich an dieses Bild zu gewöhnen, aber man muss es zumindest einmal versuchen. Wenn wir nicht toleranter mit den Menschen umgehen und lernen, sie zu achten, ist das Risiko groß, dass bald wieder das anfängt, was vor 64 Jahren grausam zu Ende ging.
Ruth Arbenz
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