21.02.2008 (fjh)
Der
Landkreis Marburg-Biedenkopf und die
Universitätsstadt Marburg treten der Kampagne "Gewalt - Sehen - Helfen" bei. Das haben Landrat Robert Fischbach und Oberbürgermeister Egon Vaupel am Donnerstag (21. Februar) bekanntgegeben.
"Wir wollen die Menschen sensibilisieren", erklärten sie zur Begründung. Der Landkreis und die Stadt sind der Anti-Gewalt-Kampagne im Rahmen einer Sitzung des Kreis-Präventionsrats beigetreten.
Damit ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf der erste hessische Landkreis, der dieser - von der Landesregierung unterstützten - Kampagne beitritt. Sie richtet sich gegen die Unkultur des Wegschauens.
Ins Leben gerufen wurde sie in Zusammenarbeit zwischen der hessischen Landesregierung und der Stadt Frankfurt. Die Kampagne versteht sich als Netzwerk gegen Gewalt. Sie möchte Menschen für eine "Kultur des Hinsehens und Helfens" gewinnen.
Landrat Fischbach und Marburgs Oberbürgermeister Vaupel sind sich sicher, dass diese Kampagne dazu beitragen kann, dass sich die Menschen in der Öffentlichkeit sicherer fühlen können. "Wenn wir die Menschen für dieses Thema sensibilisieren, können wir viel bewegen, um Gewalttäter auszugrenzen und Gewalttaten zu verhindern", hofft Fischbach.
Vaupel ergänzte: "Viele Menschen sind unsicher, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten sollen. Wegzuschauen, ist auch oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Die Kampagne kann helfen, Verhaltensmuster zu erlernen, die deeskalierend wirken."
Information, Schulungen und Seminare sind Kernpunkte des Programms. Die Kampagne vermittelt, wie man Opfern helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Ein wichtiger Schritt zu mehr Information sei daher die Einbindung der Volkshochschulen von Kreis und Stadt mit entsprechenden Seminar-Angeboten ab Herbst 2008, kündigten Fischbach und Vaupel an. Außerdem seien Multiplikatoren-Schulungen in Vereinen und die Kooperation mit Schulen geplant.
"Wir hoffen, dass jetzt weitere Städte und Gemeinden im Landkreis Marburg-Biedenkopf diesem Beispiel folgen, und der Kampagne beitreten", bekundeten die beiden Politiker. Nach dem Beitritt zu der Kampagne dürfen die Ideen, das Logo und entsprechende Werbemittel genutzt werden.
Fischbach und Vaupel betonten, dass durch die Kampagne die Bürger nicht zu Hilfspolizisten gemacht werden sollen. "Wir wollen sie vielmehr sensibilisieren, ihre Mitmenschen, deren Probleme und Gewalt wahrzunehmen."
Beim Treffen des Kreis-Präventionsrats stellten Antje van der Heide vom hessischen Innenministerium und Martin Schneider von der Polizei in Friedberg die Kampagne vor. Am Donnerstag (24. April) wird die Kampagne bei einer Veranstaltung im Marburger Cineplex-Kino offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.
pm: Landkreis und Stadt Marburg
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