18.02.2008 (sts)
"Aus der heutigen Diskussion nehme ich mit, dass sie mehrheitlich für den Neubau einer Betriebs-Kinderkrippe und für den Erhalt des Connex sind“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) abschließend. Zu einem Informationsgespräch über die Neustrukturierung der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil Marbach waren am Montag (18. februar) rund 70 Eltern und Kinder im Jugendhaus Connex erschienen. Der Tenor der Anwesenden war dabei eindeutig: Die Angebote des Jugendhauses sollen erhalten bleiben.
Die
Stadt Marburg sucht für die Betriebs-Kinderkrippe der Behring-Nachfolgefirmen einen geeigneten Standort. Dabei ist auch an einen Umbau des Connex gedacht worden, wie Kahle eingangs erwähnte.
Dessen bisherige Angebote sollten dann in die Schule oder das Bürgerhaus verlagert werden. Ebenso ist aber auch ein Neubau der Kinderkrippe auf dem Gelände des Connex in der Diskussion.
"Die Schule wird zunehmend der Ort des Lernens, aber auch des Lebens sein“, sagte Jugendamts-Leiter Christian Meineke angesichts des Ausbaus der Ganztagsschule. In drei bis fünf Jahren seien Gruppen wie im Jugendhaus Connex nicht mehr nötig.
"Wir wollen die Angebote aber nicht einstellen, sondern nur in die Schule verlagern", fügte er hinzu.
Von Seiten der Anwesenden wurde aber auch die gegenteilige Option ins Spiel gebracht: Warum sollte man nicht Nachmittags-Angebote der nahe gelegenen Schule in das Jugendhaus verlagern, in dem Räumlichkeiten und Equipment vorhanden sei?
Auch Prof. Siegfried Keil als Vertreter des Marburger Bündnisses für Familien erntete für die Befürwortung dieses Vorschlags großen Beifall. Viele Eltern monierten zudem, dass die Betreuungsangebote an der Grundschule Marbach zurzeit noch zu unflexibel seien.
Im kommenden Schuljahr soll das bisherige Angebot von 14 Uhr auf 17 Uhr ausgedehnt werden, wie Thea Obst vom Fachdienst Schule erklärte. Allerdings kostet das die Eltern dann auch 65 Euro pro Monat plus Essensgeld. Die Angebote im Connex sind jedoch kostenfrei.
"Die Kinder haben hier einen zentralen Treffpunkt mitten im Ort, an dem pädagogisch erstklassige Arbeit geleistet wird. Warum sollten wir dieses tolle Angebot an verschiedene andere Orte verlagern?“, fragte beispielsweise eine anwesende Mutter.
Gefragt sei also eine geeignete Übergangslösung, wie auch Dekan Helmut Wöllenstein deutlich machte. Die Evangelische Kirche werde als Träger des Jugendhauses die Angebote "nicht von heute auf morgen einstellen", sich andererseits aber auch den Entwicklungen zur Ganztagsschule nicht verschließen.
Zum Abschluss der Veranstaltung übergab Christiane Philipps Bürgermeister Kahle eine Unterschriftenliste mit 600 Namen, die sich für den Erhalt des Connex ausgesprochen haben.
Stephan Sonntag
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