01.04.2009 (fjh)
Ein neues Verkehrsmittel wird Wehrda und Cappel künftig schneller miteinander verbinden. Bürgermeister Dr. Franz Kahle hat diesen "Lahnbus" am Mittwoch (1. April) vor der Mensa der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bei diesem neuen öffentlichen Verkehrsmittel handelt es sich um ein Luftkissenboot. Seine Strecke nimmt das Fahrzeug über die Lahn. Halte legt es auf dem Weg von Wehrda nur am Hauptbahnhof unter der Elisabethbrücke, vor der Mensa unterhalb des Wolfgang-Abendroth-Stegs, in Weidenhausen am Bootsverleih, bei der Jugendherberge und am Krekel bei den Stadtwerken ein. Die
Stadtwerke Marburg (SWM) sind auch Betreiber des Boots.
"Im Gegensatz zu herkömmlichen Luftkissenbooten kann unser Lahnbus Staustufen an Wehren regelrecht überspringen", erklärte Stadtwerke-Direktor Norbert Schüren zufrieden. "Dafür sorgt eine neuartige Aufblas-Technik."
Dank dieser Technik kann das Boot an Wehren oder anderen Hindernissen sein Luftkissen so stark aufblasen, dass es mühelos zwei Meter über der Wasseroberfläche schwebt. Dann steigt es ohne größere Probleme aufwärts oder abwärts.
Für die Fahrt müssen die Fahrgäste vorerst nur den regulären Stadtbus-Tarif entrichten. "Wir wollen testen, ob der Lahnbus die traditionellen Linienbusse effizient entlasten kann", begründete Schüren dieses Angebot.
"Der Lahnbus ist natürlich auch eine Touristen-Attraktion", erklärte Kahle. "Der Fahrgastraum ist voll verglast. Der Blick zum Schloss wird allerhöchstens durch die Bauwerke direkt am Ufer beeinträchtigt."
Für das neue Gefährt haben die Stadtwerke 3 Millionen Euro bezahlt. "Das war ein Probe-Preis", erläuterte Schüren. "Wir sind schließlich die Ersten, die die neue Technik testen."
55 Personen finden Platz an Bord des Luftkissenboots. Gesteuert wird es von Hubert Hubschmidt, der bislang Stadtbusse durch die Stadt steuerte. Er ist aber auch ausgebildeter Seemann mit Kapitänspatent sogar für die Hochsee-Schiffahrt.
Seekrank werden kann man an Bord des flinken Flitzers trotz der Geschwindigkeit von 55 Kilometern pro Stunde nicht. Die Luftkissen halten das Boot schließlich immer hoch genug über Wasser, Steinen oder Staustufen.
Selbst wenn die Lahn zugefroren ist, kann der "Lahnbus" noch mit gleicher Geschwindigkeit über die spiegelglatte Lahn hinwegfliegen. Lediglich im Hochsommer wird das Tempo voraussichtlich verringert werden müssen, wenn Tretboote en Masse die Lahn bevölkern. Dafür kann die verglaste Fahrgastkabine dann aber auch geöffnet werden.So hoffen Kahle und Schüren auf ein reges Interesse der Marburgerinnen und Marburger an dem neuen Verkehrsmittel. Werben wollen Stadt und Stadtwerke für das neue Angebot mit dem Slogan "Nur Fliegen ist schöner!"
Franz-Josef Hanke
Text 1999 groß anzeigenwww.marburgnews.de