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Film-Festival eröffnet


Trauma stellt zukunftsweisende Gesellschaftsmodelle vor

15.02.2008 (sts)
Auf großes Publikumsinteresse stieß der Auftakt zum Film-Festival "Ueber Morgen" im Café Trauma. Knapp 100 Interessierte fanden sich am Donnerstag (14. Februar) zur Eröffnung im überfüllten Kinosaal ein.
Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf hielt den Eröffnungsvortrag zum Thema "Utopische Energien sozialer Bewegungen". Im Anschluss wurde mit Andreas Stiglmayers "Menschen, Träume, Taten" der erste von insgesamt 13 Filmen gezeigt.
Das von der Aktion Mensch (AM) initiierte Film-Festival tourt seit November 2007 bundesweit durch 100 Städte. Es möchte die Bevölkerung dazu einladen, "über Werte, Regeln und gesellschaftliche Ziele für unsere Welt" zu diskutieren.
"In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" Das ist dabei die Ausgangsfrage.
In einer immer komplizierter werdenden Welt habe der Mensch immer weniger Zeit, sich auf die ständigen Veränderungen einzustellen, erklärte Kurz-Scherf eingangs. Die neoliberale Ausrichtung der Politik fördere das durch eine ungehemmte Privatisierung und Kommerzialisierung elementarer Lebensbereiche. Vielen Menschen erschienen Gegen-Entwürfe zum bestehenden System nur als "soziale Nischen", die am "Status quo" nichts änderten.
"Wir tun uns schwer mit großen und kleinen Utopien“, sagte die Professorin an der Philipps-Universität. Dem Film-Festival und seinen Besuchern wünschte sie "eine belebende Inspiration der politischen Phantasie".
Ein wichtiges Element dabei sei die Fähigkeit, selbst zu denken und zu handeln, wie es in Stiglmayers Film zu sehen ist. In der vor zehn Jahren gegründeten Modell-Siedlung "Sieben Linden" in Sachsen-Anhalt haben sich 120 Menschen den Traum vom selbstbestimmten Leben erfüllt. Der Film erzählt anhand des Alltags und der Gedanken zweier Mitgründer des Dorfes von den Herausforderungen des Gemeinschaftslebens unter den Prämissen von Selbstverwaltung und -versorgung, biologischer Landwirtschaft, ökologischem Bauen, alternativer Energiegewinnung und einer intensiven Bildungs- und Friedensarbeit.
Das Festival dauert noch bis Sonntagabend. Das detaillierte Programm ist im Internet unter www.cafetrauma.de abrufbar.
Stephan Sonntag
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